Android Studio als neue Standard-Entwicklungsumgebung

Google stellt Android-Entwickler auf Android Studio um. Das frisch in Version 2.0 erschienene Werkzeug bietet viele, teilweise versteckte Tricks zur Steigerung der Produktivität.

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Android Studio als neue Standard-Entwicklungsumgebung

Android Studio ist eine kostenfreie, auf Android beschränkte Variante der kommerziell vertriebenen Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA. Sie bringt Funktionen mit, die Anwender sonst nur gegen Bezahlung erhalten.

Der wichtigste Unterschied zu Eclipse ist ein komplett geändertes Buildsystem namens Gradle, mit dem Entwickler jedoch nicht unbedingt in Kontakt kommen. Wegen des immensen Funktionsumfangs von Gradle beschränkt sich der Artikel auf die IDE.

Workspace Ahoi

Eclipse lagert Nutzereinstellungen und Applikationen in einem als Workspace bezeichneten Ordner. Bei IntelliJ heißt die Zusammenfassung Projekt, die Unterapplikationen nennt man Module.

Auf Android Studio umsteigende Entwickler klagen gern über die Projektflut. Das liegt daran, dass der Menüeintrag File | New Project seinem Namen gerecht wird und ein neues Projekt anlegt, was einem neuen Eclipse-Workspace entspricht. Wer ein vorhandenes Projekt um eine weitere Applikation erweitern möchte, muss stattdessen File | New Module auswählen.

Neue Applikationen entstehen über die Option "Phone&Tablet Module" (Abb. 1).

Nach dem Abarbeiten des Assistenten wartet auf Entwickler normalerweise ein kleiner Schock: Es dauert bis zu 30 Sekunden, bis das zweite Projekt erscheint.

Wer mit mehreren Projekten gleichzeitig arbeiten möchte, muss das Verhalten von File | Open in der Rubrik Appearance&Behavior | System Settings | Project Opening umstellen. Steht das Attribut auf "Open project in the same window", öffnet Android Studio neue Projekte im vorhandenen Fenster – "Open Project in new window" behebt das Problem. Als (weniger komfortable) Alternative dazu bietet sich das Starten mehrerer Instanzen an – jedes Android Studio-Fenster ist auf ein Projekt beschränkt.

Nützliche Filter

Die Zeile auf der Oberseite des Bildschirms zeigt den Pfad der gerade geöffneten Datei (Abb. 2).

Projekte ufern im Laufe der Zeit aus: Eine aus mehreren tausend Codedateien bestehende Applikation ist heute keine Seltenheit mehr. Android Studio vereinfacht die Navigation an mehreren Stellen. Erstens lässt sich die in Abbildung 2 gezeigte Zeile anklicken – die linke Maustaste öffnet ein Kontextmenü, das die Inhalte der Ordnerebene anbietet.

In so gut wie allen Fenstern inklusive der Kontextmenüs reduziert die Eingabe eines Filter-Strings die Ergebnisliste (s. Abb. 3).

Filtereinsatz im Kontextmenü - oder wo sich die Katze in den Schwanz beißt (Abb. 3).

Leider ist das direkte Eintippen von Filterstrings nur Teil der Miete: Bei komplexeren Dialogen wie der Projektübersicht gilt der Filter für die aktuell angezeigten Elemente. Das bedeutet, dass die in zusammengeklappten Teilen des Baums enthaltenen Informationen unsichtbar bleiben.

Wer das geöffnete Projekt als Ganzes durchsuchen möchte, nutzt stattdessen ein als "Double Shift" bezeichnetes Verfahren: Ein schnelles zweimaliges Drücken der Umschalttaste holt das in der Abbildung 4 gezeigte blaue Fenster auf den Bildschirm.

Dieses Suchfenster arbeitet global (Abb. 4).

Neben der allumfassenden Suche bietet IntelliJ IDEA einige Suchfunktionen an, die die generierten Resultate auf bestimmte Objektgattungen beschränken. Strg + N öffnet ein Fenster zum Durchsuchen des Projekts nach Klassennamen. Die Recherche nach Dateinamen lässt sich mittels Strg + Shift + N aktivieren. Strg + Alt + Shift + N sucht nach Symbolen – neben Klassen sind Variablen, Konstanten und Methoden legitime Ziele.

Strg + Shift + A öffnet ein Suchfenster, das sich auf die Namen der im Benutzerinterface der IDE befindlichen Aktionen konzentriert. Beispielsweise ist das Öffnen das Preferences-Menü durch Strg + Shift + A und die anschließende Eingabe von "Pre" möglich.