Android Studio als neue Standard-Entwicklungsumgebung

Vorlagen

Intelligente Vorlage

Applikationen zur Verwaltung mehrerer Clipboards finden in jedem Buch zur Effizienzsteigerung für Programmierer Erwähnung – klassische Zwischenablagen leiden darunter, dass sich der in ihnen befindliche Text nicht oder nur schwer an die aktuellen Gegebenheiten anpassen lässt.

Live Templates stellen eine Art permanente Zwischenablage mit diversen intelligenten Funktionen dar. IntelliJ unterteilt die Templates in folgende drei Gruppen:

  • Simple Live Template: einfache Vorlage, die an der vom Cursor markierten Stelle erscheint.
  • Parametrized Live Template: Vorlage, die beim Einfügen mit Template-Parametern konfiguriert wird.
  • Surround Live Template: spezielle Variante des Simple Live Template, die den markierten Code umfasst.

Die Aktivierung des Live-Template-Systems erfolgt durch Drücken von Strg + J; Android Studio blendet daraufhin eine Abkürzungsliste ein. Alternativ dazu können Entwickler die gewünschte Abkürzung eingeben und das Template-System im Anschluss mit Strg + J aktivieren.

Beim Einfügen eines Parametrized Live Templates zeigt IntelliJ IDEA die Template-Variablen in roten Rechtecken an – die folgende Abbildung zeigt, wie die IDE die Laufvariable einer Iteration hervorhebt. Das Bearbeiten des hervorgehobenen Rechtecks wirkt sich automatisch auf den Rest des Templates aus.

Hier entsteht eine for-Schleife (Abb. 9).

Surround Live Templates lassen sich alternativ mit Strg + Alt + J einfügen. Der relevante Code muss dafür im Editor markiert sein.

Vorlage Marke Eigenbau

Google stattet Android Studio mit einigen Live Templates aus, die häufige Aufgaben wie das Absetzen von Meldungen via Log.* erleichtern. Deren Anatomie ist interessant, da sie einige wichtige Aspekte des Template-Systems näher beschreibt.

Nach dem Klick auf File | Settings und der Auswahl der Rubrik Editor | Live Templates gruppiert IntelliJ IDEA die Vorlagen in Gruppen: AndroidLog | LogI ist als android.util.Log.i(TAG, "$METHOD_NAME$: $content$"); deklariert.

Edit Variables öffnet ein Pop-up-Fenster, das die einzelnen Variablen auflistet. Die IDE bietet einige Dutzend vordefinierte Variablen an, die sie im Rahmen der Extraktion automatisch mit Kontextinformationen befüllt – eine vollständige Liste steht bei JetBrains https://www.jetbrains.com/idea/help/live-template-variables.html#pdtv zum Download bereit.

IntelliJ IDEA hebt Variablen normalerweise nur dann mit einem roten Rechteck hervor, wenn sie im Template mindestens zweimal vorkommen.

Automatische Verbesserung

Refactoring ist spätestens seit dem Aufkommen von Extreme Programming in aller Munde – es gibt kaum eine IDE, die Entwickler nicht beim Anbringen von Verbesserungen an bestehenden Codebasen unterstützt.

Die in IntelliJ IDEA enthaltenen Verbesserungsfunktionen sind in zwei Gruppen zusammengefasst. Unter Refactor | * findet sich eine Liste aller möglichen Verbesserungen. Das per Rechtsklick auf ein bestimmtes Element aufrufbare Kontextmenü beschränkt die angebotenen Optionen.

Die IDE arbeitet erfahrungsgemäß äußerst zuverlässig. Dennoch sollten Entwickler ihren Code vor dem Refactoring sichern – im Idealfall nutzen sie dazu ein Versionskontrollsystem.