Barrierefreie Software mit JavaFX

JavaFX ist ein Framework zum Erstellen von Java-Anwendungen, die plattformunabhängig sind. Leider gibt es nur wenig Dokumentation, wie sich mit JavaFX barrierefreie Software entwickeln lässt. Zeit, dass sich das ändert.

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In Deutschland leben circa 10 Millionen Menschen mit Behinderung. Davon sind 7,8 Millionen schwerbehindert. Sie alle profitieren davon, wenn Software barrierefrei entwickelt wird. Im Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderungen werden in §12 staatliche Einrichtungen zur Barrierefreiheit bei Webseiten, Programmen und Apps verpflichtet. Unternehmen sind das nicht, sollten es aber umsetzen. Die Barrierefreiheit in der Informatik steht selbst in der UN-Behindertenrechtskonvention, ein Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das 177 Staaten ratifiziert haben.

Die aktuelle Situation blinder Menschen bei der Bedienung von Software

Zunächst sei die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Bezug auf die Bedienung von Software erklärt. Blinde Menschen arbeiten mit Software, die den Bildschirminhalt vorliest. Die wohl am häufigsten verwendeten Screenreader sind Jaws und NVDA. Jaws ist kostenpflichtig, NVDA lässt sich kostenlos herunterladen. Blinde sind bei der Bedienung von Software darauf angewiesen, dass der Reader vorliest, wie die Softwareoberfläche aufgebaut ist.

Um die Situation blinder Menschen genauer zu erklären, folgendes Beispiel: Ein blinder Computer-Nutzer möchte sich ein neues E-Mail-Programm zulegen. Sein erstes Problem ist, dass es noch immer keine Auszeichnungspflicht gibt, ob eine Software tauglich für einen Screenreader ist oder nicht. Er sucht sich demnach zehn E-Mail-Programme aus, die er testen möchte. Jetzt kann es gut sein, dass von den zehn Programmen nur zwei screenreadertauglich sind. Er hat also acht E-Mail-Programme umsonst installiert. Außerdem ist die Auswahl zwischen zwei E-Mail-Programmen eine erhebliche Einschränkung gegenüber denen, die sehen können. Diese Beeinträchtigung gilt es zu verbessern, in dem es zur Regel werden muss, dass Software screenreadertauglich entwickelt wird.