Berlin Experts Days 2014: Hochwertig communitygetrieben

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Hinter der BED-Con verbirgt sich eine seit vielen Jahren stattfindende Konferenz, die sich die Beschäftigung mit diversen aktuellen Themen aus dem Bereich der Informatik auf die Fahnen geschrieben hat.

Web-Apps sind und bleiben ein Wachstumsmarkt. Aus diesem Blickwinkel ist es nicht verwunderlich, dass JavaScript-Frameworks und andere Web-bezogene Themen ein gutes Drittel des Gesamtprogramms ausmachten. Neben Vorträgen zu Apache Cordova gab es auch eine Session zur JavaScript-Bibliothek D3.js, die bei der Zuhörerschaft besonderen Anklang fand. Das im Moment gehypte Angular.Js wurde im Rahmen eines Detailvortrags zum Thema Direktiven abgehandelt.

Die Vorstellung der Programmiersprache Go sorgte bei den Anwesenden für den eine oder anderen kritischen Kommentar. Stephan Behnke gab sich bei der Vorstellung des Google-Produkts alle Mühe, besondere Begeisterung wollte zumindest auf Twitter trotz allem nicht aufkommen.

Enterprise-Applikationen und die dazugehörigen Architekturen stellten dieses Jahr das "Kernthema" der Veranstaltung dar – aufgrund des Sponsoring von ImmoScout ist dies nur wenig überraschend. Besitzer von Legacy-Systemen durften sich an einem Vortrag von Anatole Tresch erfreuen, der das Redesign von Enterprise-Softwaresystemen anhand einiger Beispiele erklärte.

Java lebt

Direkt im Backend war eine Gruppe von Vorträgen angesiedelt, die sich mit der Nutzung diverser Komponenten zur Überwachung und Verwaltung von Serversystemen befassten. Neben einer Vorstellung des Log-Auswertungswerkzeugs graylog2 durften sich Teilnehmer auch auf einen Vortrag zum Thema REST im Backend freuen. Der Tod von Java-App-Servern wurde ebenfalls ausgerufen, was zum einen oder anderen kritischen Kommentar führte.

Interessanterweise nutzte ein Gutteil der Sprecher in seinen Vorträgen Java. Die Programmiersprache ist offenkundig noch sehr lebendig. C++ war leider nur minimal vertreten.

DevOps und Continuous Delivery gehörten ebenfalls zum Rahmenprogramm. Ein Vortrag namens "Continuous Delivery ist keine Technologie" erfreute mit einer sehr nüchternen und hypefreien Betrachtung der Vor- und Nachteile der Vorgehensweise.

Die Kongresseröffnung erfolgte in Form von vier hochwertigen Panels zum Thema Architektur – es ist mehr als schade, dass diese aufgrund der frühen Tageszeit nicht mehr Aufmerksamkeit bekamen.

Programmierer von Handcomputerapplikationen kamen dieses Mal nicht wirklich auf ihre Kosten: klassische Mobilcomputerthemen wurden nur in Form eines Kurzvortrags zu Firefox OS abgehandelt. Solche Kurzvorträge verdienen trotzdem besondere Erwähnung. Dabei handelte es sich um einstündige Sessions, die von je drei Speakern im "Doppelteam" beackert wurden. Das Resultat davon waren kurze und prägnante Vorträge, die diverse Themen anrissen und den Umfang des Kongresses so "verbreiterten".

Organisatorisches

Über die Location in der Berliner Freien Universität gibt es nichts Negatives zu berichten. Das Catering funktionierte, die Säle waren dem Besucherandrang "gerade so" gewachsen. Eine kleine Stellenbörse offerierte Jobangebote einiger Beraterfirmen.

Obwohl die Organisatoren selbst nicht mitfilmten und keine Möglichkeit zur Verteilung der Folien anboten, stellten die meisten Sprecher die Resultate ihrer Arbeit ins Internet. Ein am ersten Tag des Kongresses auftretender Stromausfall sorgte für zusätzliche Heiterkeit.

Fazit

Aufgrund des Eintrittspreises von rund 90 Euro darf man sich als Teilnehmer nicht die Welt erwarten. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hinterließ die BED-Con einen sehr positiven Eindruck. Das Organisationsteam erwies ein "Händchen" bei der Auswahl der Sprecher, die Themen boten einen großartigen Querschnitt über interessante Trends im Bereich der IT.