Billig ist gut, Windows Phone ist Nokia und Nokia ist Windows Phone

Die mobile Denkfabrik  –  3 Kommentare

Die Erstauslieferung von Windows Phone wurde mit einem Konsortium mehrerer Hersteller angestoßen. LG hat mittlerweile aufgegeben, Nokia trat an seine Stelle. Nun stellt sich die Frage, wie sich die User über die Geräte aufteilen.

Das Unternehmen des Autors ist in guter Position zur Ermittlung dieser Daten. Unser hauseigener wissenschaftlicher Taschenrechner TouchCalc ist eine Client-Server-Applikation, weshalb wir Marktanteilsdaten "aus erster Hand" bekommen. Am Jahresanfang sahen diese so aus:

  • Lumia 520: 33,4%
  • Lumia 710: 8%
  • Lumia 505: 6,2%
  • Lumia 610: 6%
  • Lumia 620: 5,5%
  • Lumia 625: 5,1%
  • Lumia 720: 5%
  • Lumia 920: 4,6%
  • Lumia 521: 4%
  • Lumia 800: 3,5%
  • Rest: 18,7%

Der Rest ist übrigens nicht den anderen Herstellern vorbehalten, sondern besteht größtenteils aus weiteren Nokias. Samsungs Ativ S ist das erfolgreichste Nicht-Nokia – und erreicht einen Anteil von rund 1,3 Prozent.

Für Entwickler ist das in mehrerlei Hinsicht relevant. Erstens steht der Verwendung der diversen Nokia-Only-SDKs nichts im Wege. Der Verlust von weniger als 5 Prozent der Gesamtnutzerpopulation rechtfertigt die Erstellung komplizierter Workarounds normalerweise nicht.

Die zweite Feststellung ist, dass die Substores von Samsung und HTC alles andere als attraktiv sind. Wenn man herstellerspezifisches Placement begehrt, ist dies nur bei Nokia sinnvoll.

Außerdem sind diese Informationen auch für die Einschätzung des Marktes wichtig. Windows Phone ist eine kleine Plattform, die selbst für Nokia eigentlich zu klein ist. Aus Sicht von Samsung und HTC ist Windows Phone somit "nicht existierend" – Microsofts Bevorzugung von Nokia würde bestenfalls formell "verschnupfte" Reaktionen hervorrufen.

Unklar bleibt, warum die Situation so aussieht. Die Android-Smartphones von Samsung und HTC finden reißenden Absatz bei den Netzbetreibern – es ist denkbar, dass die Promoter der beiden Unternehmen Windows Phone schlichtweg als uninteressant betrachten und somit nicht einmal anbieten.