Bücher zum Programmieren für iPhone & Co.

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Über 100.000 Anwendungen für Apples App Store wollen programmiert sein. Kein Wunder, dass die IT-Verlage mittlerweile zahlreiche Bücher zur iPhone-und Mac-Programmierung oder zu Apples Haus-und-Hof-Sprache Objective-C im Angebot haben. heise Developer präsentiert eine Auswahl deutschsprachiger Handbücher.

Wer sich der iPhone-Programmierung widmen möchte, merkt schnell, sollte er nicht aus Mac-Gefilden kommen, dass Entwickeln für das iPhone anders ist als etwa die Java-Programmierung für Android-Handys. Als Erstes benötigt man einen Mac, denn nur auf ihm läuft Xcode, Apples Programmier-IDE. Zudem ist Objective-C zu erlernen, das auch nicht vor dem iPhone Halt macht. Spätestens an der Stelle ist für den aus dem Windows-/Linux-Lager kommenden Entwickler klar, dass er umlernen muss.

Für die Auswahl der vorgestellten Bücher war ausschlaggebend, dass sie auf Deutsch vorliegen, denn auf Englisch gibt es Apples teilweise sehr gute Einstiegstutorials. Die Riege der Einstiegsliteratur zur iPhone-Programmierung ist in letzter Zeit größer geworden (angemerkt seien nur kurz Zdziarksis Werke "iPhone Open Application Development" und "Phone SKD Application Delelopment" sowie Dudneys "Core Animation for Mac OS X and the iPhone").

Fritz Anderson

Einstieg in Xcode

2007, Addison-Wesley
456 Seiten
Euro 29,95
ISBN 978-3-8273-2871-7

Auch wenn Andersons "Einstieg in Xcode" aus dem Jahre 2007 ist, lässt sich aktuell auf dem Buchmarkt nicht viel Neues zum Thema finden. Einen fundierten Einstieg in Xcode bekommt man allemal mit dem Werk, wenn auch Anderson auf die zum Veröffentlichungszeitpunkt existierende Xcode-Version 2.4 eingeht (aktuell ist Xcode 3.2). Anmerkungen zur iPhone-Programmierung finden sich in Andersons Werk nicht, schließlich gab es das iPhone damals schlicht und ergreifend noch nicht.

Die Einführung richtet sich an neugierige Programmiernovizen auf dem Mac, erfahrene Entwickler von einem anderen Unix-Derivat und den Xcode-Nutzer, der seine Techniken verfeinern will. Anderson hat das Buch zweigeteilt. Im ersten Teil entwickelt er aus einem einfachen Kommandozeilenprogramm heraus das Projekt in Xcode bis zu einer unter Tiger lauffähigen Cocoa-Applikation, die auch vor 10.5-Feinheiten wie Spotlight nicht Halt macht. Im zweiten Teil wird Xcode stärker unter die Lupe genommen, weswegen sich erfahrene Xcoder sicherlich den Teil des Werks mehr anschauen.

Das erste Projekt ist ein "Hello World", das aber nur als Fingerübung für den unbeleckten Xcode-Nutzer zu verstehen ist, um die IDE kennen zu lernen. Als Beispielanwendung dient eine lineare Regression, die zunächst als Befehlszeilen-Tool erstellt wird. Das Projekt wird in der IDE durchprogrammiert, bis es "entwanzt" und ein erster Einblick in den Debugger erfolgt ist. Nach und nach entsteht aus der ersten Befehlszeilen-Version ein ausgewachsenes Cocoa-Programm.

Im zweiten Teil des Buches geht Anderson auf CodeWarrior-Programmierer ein, sodass diese ihre alten Projekte in Xcode leicht konvertieren können. Auch Make-Spezialisten aus dem Unix-Kommandozeilenlager spricht Anderson mit einem eigenen Kapitel an. Darüber hinaus reizt er das Debugging-Thema richtig aus, schneidet den Bereich Geschwindigkeit und geht auf AppleScript ein.

Das Buch ist fortgeschrittenen Programmierern und Xcode-Erfahrenen zu empfehlen. Einsteiger sollten zumindest über sichere C/C++-Kenntnisse verfügen, sonst müssen sie sich doch sehr durch den zweiten Teil kämpfen. Eine Einführung in Objective-C ist dringend anzuraten. Abschließend lässt sich das Buch als durch und durch gelungenes Werk zu Xcode, bewerten, das zum einen durch fundiertes Fachwissen und zum anderen davon lebt, dass der Autor komplizierte Sachverhalte anschaulich darlegt.

Stephen G. Kochan

Objective-C 2.0

2009, Addison-Wesley
608 Seiten
Euro 49,95
ISBN 978-3-8273-2746-8

"Objective-C 2.0" ist ein Einstiegswerk in die objektorientierte Programmiersprache Objective-C. Sie stammt aus den 1980er-Jahren und hat ihre Grundlage bei Smalltalk-80. Für den Mac und das iPhone lassen sich mit ihr native Anwendungen entwickeln.

Der erste Teil des Buchs (immerhin 13 von 21 Kapiteln) beschäftigt sich mit dem Erlernen von
Objective-C. Kochan hat nicht den Weg gewählt, erst C (als Ausgangsbasis von Objective-C) zu lehren und danach auf die objektorientierten Teile der Sprache einzugehen. Er beginnt mit dem klassischen "Hello World"-Programm (das hier ein "Programming is fun!" ausgibt) mit nur einer main-Methode. Mit einer reich bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitung wird das Programm in Xcode erstellt und ausgeführt. Schön ist, dass am Ende eines Kapitels Übungsaufgaben folgen, für die man auf der Website des Autors die Lösungen findet. Kochan geht auf die Sprachelemente von Objective-C ein (etwa Arrays, Funktionen, Strukturen, Zeiger), aber auch auf Polymorphismus, dynamische Typisierung und dynamische Bindung.

Den zweiten Teil des Buchs (immerhin 140 Seiten) stellt eine Einführung in das Foundation-Framework des Macs dar. Kochan handelt grundlegende Objekte wie Zahlen und Strings, Datums- und Uhrzeitangaben oder das Arbeiten mit dem zugrunde liegenden Dateisystem ab. Wer Mac-Applikationsentwicklung erwartet hat, wird enttäuscht, denn das ist nicht Gegenstand des Werks. Vielmehr erfolgt die Anwendungsentwicklung mit dem Application Kit, das zusammen mit dem Foundation-Framework Cocoa ausmacht.

Der dritte Teil "Cocoa und das iPhone SDK" beendet die langweiligen Textausgaben in die Konsole, denn er beschreibt endlich "richtige" für das iPhone geschriebene Applikationen. Verständlich bei einer Einführung in Objective-C, dass es dieser Teil nur auf zwei Kapitel gebracht hat. So ist diese nur ein Appetitanreger am Ende des Objective-C-Lehrgangs, um in die spannende Welt der iPhone-Programmierung einzusteigen. Kochans Objective-C-Einsteigerwerk lässt sich jedem an Objective-C Interessierten empfehlen. Es ist gut zu lesen, und mit den reichhaltigen Anhängen (einen ausführliches Glossar, einer Sprachübersicht und vielen Quellen) ist es auch später noch immer eine gute Referenz.

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