Clean Code Developer aus Unternehmenssicht – ein Anwenderbericht

Status quo

Seit den ersten CCD-Schulungen vor zwei Jahren und dem Auftakt kontinuierlicher Übungen tauschen sich die Entwickler regelmäßig über ihren jeweiligen Fortschritt aus. Das geschieht im Zuge von Reviews und Ad-hoc-Schulungen genauso wie in der Kaffeeküche. Die gegenseitige Kontrolle, die zugleich auf Unterstützung und Motivation aufbaut, führte dazu, dass sich inzwischen nicht nur jüngere Programmierer sicherer mit ihren Arbeitsergebnissen fühlen. Die Entwicklung stützen zusätzliche Maßnahmen der Qualitätssteigerung, wie das bei CCD eingesetzte Unit-Testing. Automatisierte Modultests prüfen den geschriebenen Quellcode auf seine korrekte Funktionsweise. Abhängigkeiten einzelner Module lassen sich auf die Weise deutlich früher erkennen und etwaige Programmierfehler kostengünstig beheben, noch bevor die Softwaremodule integriert werden. Zudem bleibt im Hinblick auf spätere Modifikationen die gesamte Anwendung lauffähig, vorausgesetzt, die Tests werden vor Programmänderungen zu 100 Prozent abgeschlossen. Für das Unternehmen bedeutet das nicht nur eine Steigerung der Softwarequalität, sondern auch der Effizienz.

Durch die klaren Handlungsanweisungen zugunsten einer definierten und strukturierten Programmierweise ist ein neues Qualitätsbewusstsein entstanden, das weniger Raum für Interpretationen und Fehler lässt. Das zeigt sich in den Entwicklungsresultaten ebenso wie in der Arbeitsweise. Einerseits ist es das Bewusstsein, dass alle Mitarbeiter auf Basis ein und derselben Grundlage arbeiten und sich dadurch die jeweiligen Resultate nicht nur mess-, sondern auch vergleichbar machen lassen. Andererseits gibt man den Entwicklern Raum und Anregung zu konstruktivem Diskurs, wie sich der eingeschlagene Weg noch weiter verbessern lässt.

Dazu gehört auch, Reibungsverluste bei internen Projektwechseln zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Das wird durch einen sauber geschriebenen Code erreicht, wie ihn CCD in seinem Wertesystem beschreibt. Durch die Lesbarkeit und Nachvollziehbarkeit des Codes können mehrere Software-Ingenieure an demselben Projekt mitarbeiten, zu einem späteren Zeitpunkt einen bestimmten Entwicklungsstand aufgreifen oder die Software weiterentwickeln. Der Softwareentwicklungsprozess gestaltet sich somit deutlich flexibler, auch wenn sich ein Gesamtverständnis für die Problemdomänen dadurch nicht vermitteln lässt und Aufgabe der Projektverantwortlichen bleibt.

Für den Kunden bedeutet die Entwicklung nach Methoden und Prinzipien von CCD einen höheren Grad an Investitionssicherheit. Denn obwohl die Produkte und Lösungen der Branche oft schnelllebig sind, ist nicht zwingend, auf die Herstellung von Wegwerfprodukten zu setzen. Stattdessen kommt es darauf an, kundenspezifische Software flexibler zu gestalten, um spätere Anpassungs- und Erweiterungswünsche mit geringerem Aufwand und ohne hohe Zusatzkosten umsetzen zu können. Somit ergibt sich die Möglichkeit, Software weiterhin zu nutzen, ohne sie vollständig ersetzen zu müssen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Gesamtprodukt auch während der Anpassungen funktionsfähig bleibt, sofern bei deren Entwicklung auf Genauigkeit und Qualität geachtet wurde. Die Entscheidung des Kunden für nachhaltig entwickelte Software, wie sie CCD unterstützt, macht sich demnach besonders durch ihre langfristig nutzbaren Funktionen und die damit verbundenen, überschaubaren Investitionskosten bezahlt.

Die Prinzipien und Praktiken des Clean Code Development beschreiben anschaulich und praktikabel den Weg zu mehr Professionalität in der Softwareentwicklung. Ihr Fokus auf sauberen Code erfordert die Bereitschaft eines jeden Softwareentwicklers, sich mit seiner eigenen Leistung und Herangehensweise kontinuierlich auseinanderzusetzen. Gleichzeitig bedarf es des Anspruchs, sich unaufhörlich weiterzuentwickeln und offen zu bleiben für Neuerungen.

Gelingt das, lässt sich die Theorie von CCD mit ein wenig Durchhaltevermögen in die Praxis überführen und eine verbindliche Struktur etablieren, innerhalb derer die kontinuierliche Verbesserung von Softwarequalität für Entwickler und Unternehmen möglich und messbar wird. Voraussetzung ist, dass sich die Überzeugung nicht nur auf einzelne, sondern auf alle Entwickler im Unternehmen und das Management überträgt. Für den Kunden ergeben sich aus der erfolgreichen Anwendung von CCD Nachhaltigkeit und vereinfachte Weiterentwicklungsmöglichkeit seiner Software und die damit verbundene Überschaubarkeit der Investitionskosten. (ane)

Juliane Conte
studierte Germanistik und Journalismus in Karlsruhe, bevor sie ihre berufliche Karriere als PR-Managerin im IT-Umfeld begann. Seit März 2011 verantwortet sie die Unternehmenskommunikation bei generic.de.