CloudPebble ab sofort nur für Android 4.3+

Die mobile Denkfabrik  –  4 Kommentare

CloudPebble galt bisher als eine Art Referenzsystem in Sachen Online-IDEs. Eine vor wenigen Tagen eingeführte Änderung droht, die gute Reputation zu zerstören und das Vertrauen der Entwickler zu schädigen.

Das bisherige Deployment anhand eines im gleichen Netzwerks befindlichen Telefons funktionierte – im Großen und Ganzen – ohne Probleme. Es ist nicht erklärbar, warum das CloudPebble-Team fortan auf Anmeldung mit dem CloudPebble-Konto setzt.

Richtig kritisch wird die Änderung dadurch, dass sie eine noch in der Beta-Phase befindliche Version der Pebble-Conduit-App voraussetzt. Diese ist erst ab Android 4.3 lauffähig: Wer ein älteres Telefon hat, kann seine Programme ab sofort nicht mehr auf der Uhr testen.

Es steht außer Frage, dass Pebble die Basissoftware seiner Online-IDE weiterentwickeln muss. Dass dazu irgendwann schmerzhafte Schnitte notwendig sind, ist ebenfalls klar. Der gravierende Fehler des Unternehmens liegt darin, dass diese Änderung ohne nennenswerte Vorwarnung erfolgte.

Entwickler brauchen eine konstante Arbeitsumgebung. Wer sich abends ausloggt, möchte morgens weiterarbeiten. Deadlines von Kunden und Klienten verschieben sich nicht automatisch, nur weil man im Hause Pebble Lust auf ein Update verspürt.

Für mich hat dieses Erlebnis CloudPebble mehr oder weniger disqualifiziert. Meine Applikationen entstehen in Zukunft wohl mit dem (miserablen) Ubuntu-SDK, das Pebble die Möglichkeit zur Analyse des Codes seiner Kunden entzieht.

Das Unternehmen erweist damit anderen Anbietern von Cloud-IDEs einen massiven Bärendienst, da es die konzeptimmanenten Schwächen des Systems massiv hervorhebt. Eine lokal auf dem Rechner installierte Entwicklungsumgebung lässt sich nicht so einfach verändern – schon allein aus dem Grund, dass ein Eingriff in ein lokales Programm massive Medienaufmerksamkeit auslösen würde.