Continuous Delivery mit Azure DevOps, Teil 1: Projektinstallation

Seit September 2018 laufen Microsofts "Team Foundation Server"-Produkte unter der Bezeichnung Azure DevOps. Wir zeigen, wie Entwickler damit ihr Projekt einrichten und sich um Aufgabenverwaltung sowie Quellcodeverwaltung kümmern können.

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Continuous Delivery mit Azure DevOps, Teil 1: Projektinstallation

In einer dreiteiligen Artikelserie stellt heise Developer das kontinuierliche Bauen und Ausliefern von Software mit Azure DevOps Services vor. Im ersten Teil geht es um das Einrichten eines DevOps-Projekts, des Weiteren um die Aufgabenverwaltung sowie die Quellcodeverwaltung mit Git und Team Foundation Version Control (TFVC).

Microsoft macht es weder Kunden noch Journalisten einfach, über die Redmonder Produkte im Bereich Continuous Integration und Continuous Delivery zu reden, da die Namen sich in den letzten 13 Jahren mehrfach geändert haben. Einen Quellcodeverwaltungsserver bietet Microsoft seit 1995 an: Visual SourceSafe wurde im Jahr zuvor durch die Übernahme der Firma One Tree Software erworben. Wegen seiner Schwächen im Bereich der Datenbankkonsistenz wurde er oft als "Quellcodevernichtungssystem" verspottet. Microsoft selbst hat für seine interne Softwareentwicklung SourceSafe kaum eingesetzt.

Continuous Delivery mit Azure DevOps – die Serie

  • Teil 1: Projektinstallation
  • Teil 2: Bauen auf dem Server
  • Teil 3: Ausrollen per Geisterhand


Die Entwicklung von SourceSafe endete 2005. Im selben Jahr erschien die erste Version des Team Foundation Server (TFS), der mit Team Foundation Version Control (TFVC) nicht nur eine zuverlässigere Versionsverwaltung, sondern auch ein komplettes Serverprodukt für das Application Lifecycle Management (ALM) bot: Projektmanagement mit Projektplanung und Berichten, Aufgaben- und Bug-Tracking (Work Items), Dokumentenverwaltung sowie serverseitiges Übersetzen und Testen. Zusammen mit Visual Studio vermarktete Microsoft den TFS als Visual Studio Team System (VSTS).

2008 stieg Microsoft beim Cloud Computing ein (damals noch Windows Azure genannt). Am 28. November 2010 kündigte der Hersteller auf der Professional Developers Conference an, auch einen TFS in der Cloud anzubieten. Der Name war damals Team Foundation Service (TF Service), teilweise sprach man von TFS Online. Es dauerte knapp ein Jahr bis zur ersten Vorschauversion und noch mal ein Jahr bis zur ersten stabilen Ausgabe.

Anschließend erfolgte eine Umbenennungsorgie: Seit dem 13. November 2013 heißt das Produkt Visual Studio Online (VSO), am 18. November 2015 griff Microsoft die mittlerweile in Vergessenheit geratene Bezeichnung VSTS wieder auf, dieses Mal als Abkürzung für Visual Studio Team Services und nur bezogen auf den TFS in der Cloud. Am 10. September 2018 wurde das Produkt nochmals umbenannt, jetzt in Azure DevOps Services.

Auch die nächste Version des Team Foundation Server ist davon betroffen. Einen TFS 2019 wird es nicht mehr geben, er heißt nun Azure DevOps Server 2019. Er trägt das "Azure" im Namen, obwohl er lokal ("On Premise") und gar nicht in der Cloud läuft. Ob das sinnvoll ist, wird sich zeigen. Sicherlich erlaubt die Namensgebung den Redmondern, den TFS zu den Cloud-Umsatzzahlen hinzuzurechnen. Aber mancher IT-Manager gerade im Cloud-scheuen Deutschland wird allein aufgrund des Namens den Einsatz des Produkts kategorisch ausschließen.