Continuous Lifecycle 2015 im Zeichen von Docker und Continuous Delivery

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Zum dritten Mal bereits fand Mitte November die Continuous Lifecycle statt. Das Interesse an den Leitthemen der Konferenz – DevOps, Continuous Delivery und Containerisierung – ist weiterhin hoch, und so wurden die Besucherzahlen vom Vorjahr erneut übertroffen.

Gekommen waren in den Mannheimer Rosengarten mehr als 400 Wissensdurstige, die an zwei Tagen aus knapp 40 Vorträgen in drei parallelen Tracks auswählen konnten. An zusätzlichen Tagen gab es die Möglichkeit, ein Spezialthema in zumeist ausverkauften Workshops zu vertiefen.

Das Programm war wieder vielfältig, es stachen aber einige Themen deutlich hervor. So wurde gefühlt bei jedem zweiten Vortrag das Thema Docker angesprochen. Man merkt, dass diese Art der Betriebssystemvirtualisierung in kürzester Zeit im Mainstream angekommen ist. Und so war das Interesse bei den Teilnehmern hoch, auch wenn es bisher nur wenige wirklich produktiv einsetzen.

Das Publikum schien überhaupt stärker am Einsatz von und Erfahrungsberichten zu Werkzeugen interessiert zu sein. Man hatte den Eindruck, dass in diesem Jahr mehr Zuhörer aus dem Lager der Operations da waren. Sie hätten sich teilweise mehr Tiefe gewünscht, ihnen kam der Betriebsaspekt bei den zumeist aus Entwicklersicht vorgetragenen Vortragsthemen oft zu kurz. Das ließ sich an den regen Diskussionen und Fragerunden am Ende diverser Vorträge ablesen.

Vom Wasserfall zu Continuous Delivery

Jutta Ecksteins Keynote stand im Zeichen des Cultural Change

Als Keynote-Speaker konnten Dave Farley (Co-Autor des bekannten Buchs zu Continuous Delivery) und Jutta Eckstein (Urgestein im agilen Umfeld) gewonnen werden. Farley hatte die Ehre, die Konferenz zu eröffnen, und stimmte die Teilnehmer mit einem unterhaltsamen, aber mit vielen Fakten gespickten Vortrag zu den Grundlagen von Continuous Delivery ein. Eckstein ging hingegen am zweiten Tag stärker auf die weichen Faktoren bei der Einführung von Continuous Delivery ein und hatte damit das Thema der letztjährigen Konferenz, den Cultural Change, aufgegriffen.

Dass bei den klassischen Softwareentwicklungsansätzen die Rate der gescheiterten Projekte deutlich höher sei, belegte Farley in seiner Keynote anhand diverser Statistiken. Diese zeigen, dass Projekte nach klassischen Ansätzen zu häufig scheitern oder sich zumindest nicht in der gewünschten Zeit beziehungsweise dem angestrebten Budget umsetzen lassen. Bei Projekten mit großem Volumen könne ein Scheitern zudem den Bankrott ganzer Firmen zur Folge haben.

David Farley beeindruckte mit einer sehr informativen Keynote.

Es folgte ein kurzer Abriss durch die Geschichte vom Wasserfall hin zu agilen Praktiken. Dabei machte Farley darauf aufmerksam, dass das Wasserfall-Modell missverstanden und nicht korrekt interpretiert worden sei. Man hatte bereits in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts erkannt, dass Feedbackschleifen nötig seien, ein Projekt zum Erfolg zu bringen. In den Köpfen festgesetzt hatte sich aber das einfache Modell mit der sequenziellen Abfolge der Phasen, wodurch das ganze System unflexibel und sehr aufwendig wurde.

Durch agile Methoden sind IT-Abteilungen nun einige Jahrzehnte später aber doch noch bei inkrementellen und iterativen Vorgehensweisen angekommen. Sie versprechen frühes Feedback und steigern somit die Qualität von Softwareprojekten deutlich. Studien haben gezeigt, dass unter den agilen Methoden die Ideen des Lean Thinking zu den Ergebnissen mit der höchsten Erfolgsquote und den wenigsten Totalausfällen führen.