Das Microservices-Praxisbuch: Grundlagen, Konzepte und Rezepte

Im Microservices-Praxisbuch bietet der Autor zahlreiche praktische Rezepte, um Microservices in Projekten einzusetzen.

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Das Microservices-Praxisbuch Grundlagen, Konzepte und Rezepte

(Bild: congerdesign, Pixabay)

Eberhard Wolff
Das Microservices-Praxisbuch
Grundlagen, Konzepte und Rezepte

dpunkt.verlag, 2018
328 Seiten, 36,90 Euro
ISBN: 978-3-86490-526-1

Schon wieder ein Buch zum Thema Microservices? Eine verständliche erste Reaktion, wenn man das neue Buch von Eberhard Wolff in den Händen hält. Aber um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Buch ist anders als die meisten anderen Bücher zum Thema. Und anders bedeutet in diesem Fall besser.

Aus der Praxis für die Praxis

Man sieht es bereits am Titel: Dem Autor geht es weniger um die Vermittlung theoretischer Grundlagen als vielmehr darum, seine in der Praxis gesammelten Erfahrungen – oder auch Rezepte – an die Leser weiterzugeben und ihnen zu helfen, ihre eigenen Microservices-Projekte erfolgreich anzugehen. Anders als in den meisten anderen "Kochbüchern" reiht Wolff diese praktischen Erfahrungen allerdings nicht einfach wahllos aneinander, sondern zeigt je Themengebiet (Rezeptsammlung) zunächst die zugrunde liegenden Konzepte auf, um dann im Anschluss für jedes dieser Konzepte passende, praktische Lösungsoptionen (Rezepte) anzubieten.

Egal ob Frontend-Integration, synchrone/asynchrone Kommunikation oder die Auswahl der richtigen Microservices-Plattform: Es gibt pro Konzept grundsätzlich mehr als ein Rezept, inklusive einer Bewertung der damit verbundenen Vor- und Nachteile und einer Erläuterung passender Einsatzszenarien. Für das Konzept der asynchronen Kommunikation stellt der Autor zum Beispiel die beiden Ansätze "Messages & Kafka" sowie "REST & Atom" gegenüber. Das Vorgehen hilft Lesern ungemein, die jeweils aufgezeigten Optionen für den eigenen Kontext besser bewerten zu können.

Die verschiedenen Rezepte sind übrigens durchgehend mit lauffähigen Codebeispielen zum Herunterladen hinterlegt. Ein funktionierendes Beispiel sagt oftmals mehr als tausend Worte. Zusätzlich regt Wolff durch Rezeptvariationen und gezielte Fragestellungen zum Experimentieren mit den Beispielen an.

You build it, you run it

Getreu dem Motto "you build it, you run it" (Zitat von Werner Vogels, Amazon) widmet Wolff einen Teil des Buchs dem wichtigen Thema des Betriebs von Microservices. Auch hier finden sich wieder sehr praxisnahe Rezepte, wie Monitoring mit Prometheus, Log-Analyse mit dem Elastic Stack oder aber Tracing mit Zipkin.

Damit auch Microservices-Anfänger ausreichend Mehrwert aus dem Buch schöpfen können, führt das Buch initial in knapper, aber hinreichender, Form in die wesentlichen Charakteristika von Microservices ein und zeigt dabei unter anderem auch den Unterschied zwischen Micro- und Macro-Architekturen auf. Eine Einführung in das Thema Self-contained Systems sowie in den Umgang mit Migrationsszenarien vom Monolithen hin zu Microservices-Architekturen vervollständigt diesen Block zur besseren Einordnung von Microservices.

Fazit

Wolff ist eine exzellente Mischung aus Theorie und Praxis gelungen. Die aufgezeigten Grundlagen sind von Umfang und Tiefgang genau richtig gewählt, um die vorgestellten Konzepte zu durchdringen und die auf ihnen basierenden Rezepte für den eigenen Kontext sinnvoll bewerten zu können. Oder etwas kürzer formuliert: Eine klare Kaufempfehlung für alle, die sich ernsthaft mit dem Thema Microservices auseinandersetzen wollen. Egal ob das Microservices-Projekt erst noch ansteht oder bereits in vollem Gange ist. (bbo)

Lars Röwekamp
ist Gründer des IT-Beratungs- und Entwicklungsunternehmens open knowledge GmbH. Er beschäftigt sich im Rahmen seiner Tätigkeit als "CIO New Technologies" mit der eingehenden Analyse und Bewertung neuer Software- und Technologietrends.