Daten als Fußkugel - oder - Files oder Leben!

Die mobile Denkfabrik  –  1 Kommentare

Diverse österreichische Computerzeitungen werden mit sehr hochwertigen "Software-Beilagen" ausgeliefert: Während diese in der Jugendzeit des Mobilisten meist alte Versionen bekannter Produkte waren, finden sich dort heute oft die aktuellsten Versionen von Virenscannern und/oder Buchhaltungsprogrammen.

Die Magazine müssen dafür übrigens kein Geld bezahlen, die Hersteller spendieren die Produkte im Großen und Ganzen aus "altruistischen Motiven". Der Grund für diese – auf den ersten Blick – unlogische Vorgehensweise liegt wie so oft in der Psychologie des Menschen.

Menschen sind Gewohnheitstiere. Wenn sie sich erst einmal an die Bedienung des Produkts gewöhnt haben, so lernen sie nur höchst ungern um – die extremen Probleme bei der Abkündigung von Office 2003 sind unter Anderem darauf zurückzuführen.

Heutige Programme sind zu allem Überfluss oft so aufgebaut, dass sie nach einiger Zeit die Funktion einstellen. Bei Buhl Data werden von Zeit zu Zeit Server abgeschaltet, die für die Onlinefunktion notwendig sind – Antivirenhersteller liefern keine Signaturupdates für veraltete Produkte aus. Proprietäre Dateiformate geben dieser Strategie den letzten Schliff. Die ins Produkt eingegebenen Daten sind wertvoll: Das Neu-Eingeben aller Informationen in ein Programm der Konkurrenz stellt einen nicht unerheblichen Zeitaufwand dar, der die Kosten einer Neulizenz oft um ein Vielfaches übersteigt.

Diese Phänomene führen im Zusammenspiel mit der gesteigerten Verbreitung zu neuen Kunden. Wenn das Programm irgendwann den Dienst einstellt, so kauft der Kunde mit relativer Sicherheit die neue Version.