Die Android-Uhren sind gereift

Die erste Version von Googles Android für Wearables war äußerst spartanisch. Android Wear 2.0 ändert das radikal und funktioniert auch ohne verbundenes Smartphone.

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Die Android-Uhren sind gereift
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Bisherige Smartwatches mit Android Wear waren im Großen und Ganzen auf das Anzeigen von Notifications und anderen Inhalten beschränkt, die sie von einem angeschlossenen Smartphone bezogen; Stand-alone-Funktionen gab es nur eingeschränkt. Das erwies sich für Google in mehrerer Hinsicht als hinderlich, besonders weil eine Uhr mit Android Wear 1.0 nur mit Android-Smartphones zusammenarbeiten konnte. Den Hardwareherstellern missfiel freilich, dass die oft zahlungskräftigen iPhone-Nutzer ihre Produkte nicht einsetzen konnten.

Da Android Wear 2.0 bisher kaum verbreitet ist, setzt der Artikel für die Beispiele auf Googles Emulator, der auf passender Hardware mehr als ausreichend schnell arbeitet. Als Entwicklungsumgebung dient Android Studio in der Version 2.3. Dazu gehört das API-Level 25, also das SDK für Android 7.1.1. Emulator-Images gibt es in Versionen für ARM und Intel, wobei nur letztere die Hardwarebeschleunigung aktueller CPUs nutzen.

Das Android-Wear-Image muss separat heruntergeladen werden.

Es gibt Applikationen für Android Wear, die auf API-Level 23 basieren und ein eingebettetes APK mitbringen. Wer bereits eine Applikation für Android Wear 1.0 ausgeliefert hat, muss alle Versionen des Haupt-APK mit einem eingebetteten zweiten APK für Android Wear 1.0 ausstatten. Sonst zerstört die aus dem Store heruntergeladene APK-Datei alle auf der Uhr des Nutzers befindlichen Informationen, was eine Ein-Stern-Bewertung garantiert. Aus diesem Grund sei explizit noch einmal auf die offizielle Anleitung zum Packaging verwiesen.

Das Projekt benötigt im Feld Target Android Devices sowohl "Phone and Tablet" als auch "Wear". Im nächsten Schritt erhält das mobile Projekt eine leere Activity und die Applikationen der Uhr eine "Blank Wear Activity". Beim Benennen legt Android Studio für jede Plattform einen eigenen Flavor an, der seine eigenen Speicherelemente mitbringt. Android Studio muss beim Erstellen des Projekts Dateien aus dem Internet herunterladen, was einige Minuten in Anspruch nehmen kann.

Interessant wird es in in der Manifestdatei des Wear Flavor: Google deklariert dort die Nutzung des Wear-Features:

<manifest. . .>
<uses-feature android:name="android.hardware.type.watch" />
<meta-data
android:name="com.google.android.wearable.standalone"
android:value="true" />

Der gezeigte Metadata-Block informiert das Android-Ökosystem darüber, ob die Applikation ohne Companion App am Smartphone arbeitet.

Applikationen ohne Standalone-Parameter bietet der Store nur dann an, wenn die Uhr auf ein Smartphone mit Playstore zurückgreifen kann. Ein true bei standalone besagt explizit nicht, dass die App nicht mit einer Anwendung am Handy kommunizieren kann, sondern false gilt nur für den Fall, dass die Applikation ohne Handy-Applikation absolut nicht funktionstüchtig ist.

Smartwatches existieren sowohl mit quadratischem als auch mit rundem Display. Das Beispielprogramm verwendet daher zwei separate MainActivity-Dateien. Der erste Schritt verwendet die quadratische Anzeige. Das neue virtuelle Gerät lässt sich über den Assistenten in die Rubrik Wear mit der Vorlage "Android Square Round" auf Basis des API-Levels 25 erzeugen. Beim Start der App erscheint der Android Wear Homescreen. Auffällig ist der ebenfalls emulierte physikalische Knopf, der die Programmliste auf den Bildschirm holt. Dort findet sich unter anderem auch der PlayStore.

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