Die Rückkehr des Stifts

Die mobile Denkfabrik  –  3 Kommentare

In den Anfangszeiten der Handcomputerindustrie brachte jedes Telefon einen Eingabestift mit – es war undenkbar, dass ein Touch-Screen-Gerät ohne Stift auf den Markt kommen würde. Nach dem iPhone verschwanden die als Stylus bezeichneten Eingabehilfen.

Auf der IFA zeigen sich erste Anzeichen einer Renaissance. Samsung präsentierte die dritte Generation seines Note-Phablets; Acer bringt ebenfalls ein Phablet mit auf Wacom-Technologie basierender Stifteingabe auf den Markt. Über kurz oder lang ist davon auszugehen, dass weitere Hersteller ähnliche Telefone anbieten.

Stifteingabe bietet viele Vorteile. Erstens ist ein Stift um einiges genauer: Wer je auf einem iPod Touch Transport Tycoon gespielt hat, wird bald zu einem richtigen Hasser kapazitiver Touchscreens. Zudem lassen sich Stifte auch mit Handschuhen verwenden – verzweifelte koreanische iPhone-Nutzer setzten vor einigen Jahren im Winter auf Snackwürstchen.

Sony versuchte, dieses Problem durch eine als Floating Touch bezeichnete Technik zu bekämpfen. Dabei wurde die Empfindlichkeit des Touchscreens wesentlich erhöht, um die Eingabe mit Handschuhen zu ermöglichen – die Erfolge waren eher bescheiden.

Das zweite (und wichtigere) Attribut pro Stift ist, dass sich ein mit einem Stylus versehenes Smartphone als Notizblock zweckentfremden lässt. Die rund sechs Zoll großen Bildschirme der aktuellen Phablet-Generation haben ziemlich genau das Format eines klassischen Schmierzettels.

Für Stylus-erfahrene Entwickler bietet sich hier eine einzigartige Gelegenheit. Sie sollten ihre jahrelange Diensterfahrung nutzen, um ihre Programme an Stiftbedienung anzupassen. Noch gibt es nur wenige Applikationen, die die gesteigerte Genauigkeit des Digi-Pens nutzen können – ein Frontalangriff verschafft Entwicklern unter Umständen Tausende loyale User.

Als Verfechter der Stifteingabe freut mich dieser Trend.