Die jungen Wilden: JavaLand #2

Das JavaLand hatte 2018 fast 2000 Besucher. Ein großes Publikum – ob unsere Newcomer der Aufgabe gewachsen waren?

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Die jungen Wilden: JavaLand #2

Vor einigen Wochen sind im Rahmen der "jungen Wilden" die Teilnehmer des Newcomer-Programms des JavaLands zur Sprache gekommen. Mittlerweile haben sie die Vorträge überstanden und lassen sie nun Revue passieren.

heise Developer: Hallo zusammen! Zuletzt haben wir uns vor der Konferenz gesprochen. Wie liefen denn die Vorträge für euch?

Malte Pickhan: Vor dem Vortrag war ich sehr aufgeregt, aber ich muss sagen, dass es gut lief. Nicht zuletzt, weil mich sowohl Oliver Gierke, mein Mentor, als auch meine Kollegen in der Vorbereitung gut unterstützt haben. Ich hatte aber mit "Resiliente Microservices mit Spring Boot und Failsafe" auch ein spannendes Thema und viel zu erzählen.

Iryna Feuerstein: Es war eine tolle Erfahrung. Die Diskussionen danach fand ich sehr anregend.

Felix Schumacher: Mein Vortrag lief sehr gut, auch wenn ich sehr aufgeregt war.

Jannis Schaefer: Der Vortrag lief ziemlich gut! Schon 10 Minuten vor Beginn waren alle Sitzplätze belegt. Auch wenn die Demo am Ende recht kurz gekommen ist, passte es zeitlich gut.

Simon Skoczylas: Ich hatte Bedenken, dass der Inhalt von meinem Vortrag nicht für die gesamte Zeit reicht. Am Ende war es eine Punktlandung.

Philipp Hertweck: Der Vortrag lief echt gut. Es hat mich sehr gefreut, dass bereits zehn Minuten vor Beginn der Raum sehr gut gefüllt und zu Beginn des Vortrags sogar vollständig besetzt war.

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heise Developer: Wie hat es sich angefühlt, auf der Bühne zu stehen?

Pickhan: Kurz gefasst, gut! Es macht einen ein bisschen stolz, nach der ganzen Vorbereitung endlich auf der Bühne zu stehen und vor einem großen Publikum zu sprechen. Ich habe mir mehrere Newcomer angeschaut, auch um ein Gefühl für die Location zu bekommen, und muss sagen, dass die Vorträge immer gut besucht waren und großes Interesse herrschte.

Feuerstein: Anfangs war ich sehr aufgeregt, da ich nicht erwartet habe, vor einem voll gefülltem Raum zu stehen. Nach ein paar Minuten war ich aber wieder bei meinem Thema und habe quasi vergessen, wie viele Menschen eigentlich da sind.

Schumacher: Am Anfang sehr ungewohnt. Aber nach kurzer Zeit konnte ich mich voll auf meinen Vortrag konzentrieren.

Schaefer: Natürlich hat man Angst, dass etwas schiefläuft, dass die Technik nicht mitspielt oder man bei der Demo ein Semikolon vergisst – und es erst durch Zurufe aus dem Publikum beheben kann. Glücklicherweise hat die Präsentation ohne Probleme funktioniert, und Go ist eine Programmiersprache, die mit sehr wenigen Semikolons auskommt. Somit war die Angst nach den ersten Minuten verflogen.

Skoczylas: Am Anfang war die Aufregung groß, und sie stieg immer weiter an. Bis kurz vorm Vortrag. Auf der Bühne war es dann aber kein Problem.

Hertweck: Zunächst war die Aufregung groß. Vor allem die Minuten bis zum Start des Vortrags, nachdem alles vorbereitet und das Mikrofon aufgesetzt war. Die Vielzahl der Zuhörer zu sehen, war atemberaubend.

heise Developer: Wie war die Resonanz aus dem Publikum?

Pickhan: Nach dem Vortrag gab es natürlich Applaus, allerdings war es für mich daraus schwierig zu urteilen, wie das Publikum den Vortrag erlebt hat. Zumindest ist das Zelt nicht während des Vortrags leer geworden. Nach dem Vortrag sind aber noch einige gute Diskussionen mit Besuchern entstanden.

Des Weiteren hatte ich das Glück, das mein Arbeitgeber auch einen Stand auf dem Gelände hatte und viele Leute dort positives Feedback über meinen Vortrag hinterlassen haben. Auch auf dem Gelände wurde ich nach dem Vortrag angesprochen und nachträglich auch via Twitter. Alles in allem bin ich sehr zufrieden.

Feuerstein: Ich habe interessante Fragen nach dem Vortrag bekommen und insgesamt ein gutes Feedback zu meinem Vortrag erhalten.

Schumacher: Die Resonanz war super. Ich bin nach meinem Vortrag und auch die restliche Zeit auf der Konferenz ständig angesprochen worden. Es gab viele tolle Fragen, aber auch Feedback, zum Beispiel von jemandem, der an einem der Open-Source-Projekte aus meinem Vortrag mitgearbeitet hat.

Schaefer: Es hat mich sehr gefreut, dass nach dem Vortrag noch eine handvoll Leute nach vorn gekommen und aus den Fragen interessante Gespräche entstanden sind. Schon vor dem Vortrag habe ich unter anderem beim Mittagessen mit Besuchern gesprochen, und der "Ach, du bist der mit dem Go-Vortrag! Da gehen wir nachher sicher hin!"-Moment ist etwas besonderes. Auch auf Twitter habe ich nach der Konferenz noch Fragen zum Vortrag erhalten.

Skoczylas: Die Resonanz war sehr positiv. Am Ende gab es ein paar Fragen, die ich hoffentlich zur Zufriedenheit der Zuhörer beantworten konnte.

Hertweck: Das Thema war wohl sehr gut gewählt. Nach dem Vortrag waren glücklicherweise noch ein paar Minuten Zeit für Fragen. Sie haben gezeigt, dass das Thema gut aufgenommen und verstanden wurde. Durch die Fragen konnte ich einzelne Aspekte nochmals vertiefen.

heise Developer: Was habt ihr selbst aus euren Vorträgen gelernt?

Pickhan: Ich habe mich beim Newcomer-Programm beworben, um mich herauszufordern und mich aus meiner Komfortzone heraus zu begeben. Natürlich aber auch, um der Community etwas zurückzugeben. Ich glaube, das Wichtigste, was ich für mich persönlich mitgenommen habe, ist, dass man manchmal einfach etwas wagen muss.

Feuerstein: Nachdem ich speziell für den Vortrag einen Datensatz als Graphen aufgearbeitet habe, haben mir die Diskussionen mit den Zuhörern auch viele neue Ideen gebracht, wie ich mein Thema weiter verfolgen kann.

Schumacher: Dass es gut war, eine Lösung für meine Codebeispiele parat zu haben. Außerdem, dass ich definitiv bald nochmal einen Vortrag halten will. Die Vorbereitung war anstrengend, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Schaefer: Bei der Recherche für den Vortrag steigt man noch tiefer in das Thema ein, als man schon drin war. Mir sind viele interessante Blogposts und Artikel begegnet. Bei uns in der Firma weiß mittlerweile jeder: Wenn er eine Frage zu Go hat, kann er gerne bei mir vorbei kommen.

Skoczylas: Es macht Spaß, und ich überlege, weitere Vorträge zu halten.

Hertweck: Den ersten Vortrag vor solch einem großen Publikum zu halten war faszinierend. Aufgrund einer guten Vorbereitung war die Aufregung unbegründet. Ich will solche Veranstaltungen künftig immer wieder wahrnehmen und als Chance sehen, mich persönlich weiterzuentwickeln.

Das Lecture Tent im JavaLand war gut gefüllt

(Bild: JavaLand - Fotograf: Schuchrat Kurbanov)

heise Developer: Was würdet ihr Neulingen ans Herz legen?

Pickhan: Schafft euch einen sicheren Raum, eine Umgebung mit vertrauten Menschen, in der ihr euren Vortrag immer wieder üben und Feedback sammeln könnt. Bei Zalando in Dortmund haben wir zum Beispiel eine Lerngruppe, in der wir Vorträge und öffentliches Sprechen üben. Das hat mir enorm geholfen, mich auf meinen Vortrag vorzubereiten.

Feuerstein: Sobald wie möglich mit der Vorbereitung anfangen und gleich die erste Version des Vortrags dem Mentor vorstellen. Damit kann man vermeiden, dass kurz vor dem Termin noch viel nachgebessert werden muss. Außerdem ist man nicht so aufgeregt, wenn man gut vorbereitet ankommt.

Schumacher: Ich kann einen Mentor wirklich nur empfehlen. Mein Mentor hat mir wirklich sehr geholfen, schon alleine dadurch, dass man immer jemanden hatte, von dem man Feedback bekommen konnte.

Schaefer: Über welche Technologie und Tools könnt ihr es nicht lassen, Blogposts zu lesen und Podcasts zu hören? Welchen Themen folgt ihr auf Twitter? Ihr solltet ein Thema wählen, bei dem ihr Lust habt, anderen Leuten darüber zu erzählen. Wenn ihr eure Kollegen beim Mittagessen davon überzeugen könnt, macht einen Vortrag daraus und damit klappt es auch auf dem JavaLand. Außerdem hat es mir geholfen, dass ich bei den cosee TechTalks, einer monatlichen Veranstaltung meiner Firma, schon zwei Vorträge gehalten habe.

Skoczylas: Machen!

Hertweck: Einfach ausprobieren. Die Vorbereitung und der Vortrag selbst machen echt Spaß und die Zeit ist gut investiert.

heise Developer: Wie haben euch eure Mentoren unterstützt?

Pickhan: Oliver Giercke war mir eine große Hilfe bei der Vorbereitung des Abstracts und der Gliederung meines Vortrags und hat mir bereits für die nächsten Konferenzen seine Unterstützung angeboten.

Feuerstein: Ich hatte wirklich Glück, dass Michael Hunger (mein Wunschmentor) sich bereit erklärt hat, mich bei der Vorbereitung zu unterstützen. Er konnte mir bei jeder Frage während der Vorbereitung zur Seite stehen und hat viele Vorschläge gemacht, die meine Präsentation qualitativ verbesserten.

Schumacher: Mein Mentor Michael Simons hat mich von Anfang bis Ende unterstützt. Am Anfang war es eine große Hilfe, dass er mir geraten hat, meine Themen einzuschränken. Ich hatte zu viel Stoff. Später war es super, dass er mit mir einfach mehrfach die Folien durchgegangen ist und mir zu meinem Text Feedback gegeben hat. Außerdem habe ich viele tolle Tipps von ihm bekommen, wie ich meine Live-Demo besser gestalten kann. Zudem war Michael einfach auch immer erreichbar, was einem eine gewisse Sicherheit gegeben hat. An dieser Stelle nochmal vielen Dank!

Schaefer: Ich kannte Falk Sippach schon über eine Veranstaltung der JUG Darmstadt. Nach der Bewerbung konnten wir in mehreren E-Mails grob den Abstract und die Agenda abstecken. Wir haben uns eine Woche vor der Konferenz bei uns im Büro getroffen und die Präsentation komplett durchgesprochen und auch alle anderen aufkommenden Fragen klären können. Am Tag des Vortrags haben wir uns nochmal auf einen Kaffee getroffen und ganz entspannt die letzten Änderungen an den Folien und der Demo besprochen.

Skoczylas: Ich habe den Vortrag mit meinem Mentor besprochen, wir sind alle Folien durchgegangen. Dann habe ich Tipps erhalten, was ich an welcher Stelle spannender präsentieren kann.

Hertweck: In allen Phasen habe ich Unterstützung meines Mentors erhalten. In der Vorbereitung habe ich beim Verfassen des Abstracts wertvolle Hinweise und Anregungen bekommen. Auch beim Gestalten des Vortrags und der Vortragsfolien wurde ich unterstützt. Ein zweiter Blick und die Zusprache haben noch einmal Sicherheit und Motivation gegeben. Hierfür noch einmal vielen Dank, Kai (Kreuzer, Anm. d. Redaktion)!

heise Developer: Sprechen wir auch einmal mit den Mentoren. Warum engagiert ihr euch für Neulinge in der Community?

Michael Simons: Ich hatte in meiner Karriere durchgehend Unterstützung durch meine Arbeitgeber, sowohl was "triviale" Dinge wie Arbeitsgerät als auch Dinge wie Fortbildung und auch Selbstverwirklichung angeht. Nicht jeder Mensch in der IT-Branche hat dieses Glück, im Gegenteil. Ich möchte gerne meine Erfahrung und mein Wissen weitergeben, um es anderen Menschen zu ermöglichen, ihre Arbeit vorzustellen, ihren "Keller" zu verlassen und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch unsere Arbeit in der IT gerade eben kein Einzelkampf, sondern eine gemeinsame Leistung ist.

Kai Kreuzer: Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten eigenen Vortrag und an die große Hemmschwelle voller Selbstzweifel, die es zu Überwinden galt. Es war aber genau dieser Schritt, der mich unwiderruflich zu einem aktiven Teil der Community gemacht und mich entscheidend geprägt hat. Als Mentor möchte ich diese positive Erfahrung auch anderen ermöglichen und Barrieren abbauen. Dies kommt nicht nur der persönlichen Entwicklung der Newcomer zu Gute, sondern sorgt insbesondere auch für Nachwuchs in der Community und hält diese damit lebendig.

Falk Sippach: Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es als unbekannter Sprecher ist, überhaupt auf Konferenzen angenommen zu werden. Das Newcomer-Programm erleichtert diese Einstiegshürde, weil man beim Call for Proposals nicht mit renommierten und bekannten Sprechern konkurrieren muss. Trotzdem ist der Weg bis zum eigentlichen Vortrag noch lang und steinig. Und gerade der erste Vortrag sollte gut laufen, damit man nicht gleich abgeschreckt wird, bevor die Sprecherkarriere überhaupt begonnen hat. Mit meinen Erfahrungen möchte ich dazu beitragen, den Einstieg für Newcomer so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich möchte etwas zurückgeben, denn auch ich hatte in der Vergangenheit sehr viel Unterstützung von Kollegen und aus der Community.

Hendrik Ebbers: Weil es eben genau das ist: eine Community. Die kann nur existieren, wenn man Wissen und Erfahrungen austauscht. Aus meinen Anfängen weiß ich noch ziemlich gut, wie schwierig es ist, den ersten Schritt zu gehen. Sei es ein Vortrag oder die erste Mitarbeit an einem Open-Source-Projekt. Aber nicht, weil die Community verschlossen ist, sondern weil die eigene Hemmschwelle, etwas falsch zu machen, einfach sehr groß ist. Genau aus dem Grund freue ich mich, neue Leute in der Community zu ermutigen und bei den ersten Schritten zu helfen.

Michael Hunger: Wir waren alle mal Neulinge und haben davon profitiert, dass andere ihre Erfahrungen geteilt haben. Das möchte ich gern zurückgeben und andere Entwickler ermutigen, Themen, die sie interessieren, vorzutragen. Die Arbeit mit neuen Speakern beziehungsweise Autoren ist sehr positiv, man bekommt viele Anregungen zurück und wird durch deren Fragen auch zur Reflektion gebracht. Dann ist es natürlich toll, wenn man seine Schützlinge auf der großen Bühne sieht, der Vortrag gut ankommt und sie daraufhin auch die Bestätigung bekommen, um weiterzumachen.

Jochen Mader: Ich weiß noch, wie schwer es war, mich an die ersten Talks zu wagen. Damals hatte ich das Glück, ein paar Leute zu kennen, die mich unterstützt haben. Ohne solche Unterstützung die Motivation zu finden, sich vor ein großes Publikum zu stellen, ist schwer. Mit jemandem der hilft und motiviert, wird das Ganze deutlich einfacher. Ein weiterer Punkt ist, dass es für Neulinge oft schwer ist, auf Konferenzen zu kommen. Ein Newcomer-Programm hilft hier gewaltig.

heise Developer: Habt ihr allgemein Tipps für Neulinge? Auf was sollte ich bei meinem Vortrag achten?

Simons: Seid positiv und authentisch. Selbstdarstellung gehört dazu, aber nicht ausschließlich. War-Stories alleine sind nur für einen kurzen Kick interessant. Mich interessiert, wie ihr welches Problem aktiv angegangen und gelöst habt.

Kreuzer: Das Wichtigste ist sicherlich, sich auf sein Publikum einzustellen. Als Entwickler steckt man tief in seinem eigenen Thema drin, da ist es nicht immer leicht, seine Zuhörer auf der richtigen Ebene abzuholen. Insbesondere sollte man seine Folien nicht mit Text überladen, sondern sich auf Kernaussagen fokussieren und den Rest auf der Tonspur liefern. Ein Übungslauf mit einem Testpublikum kann hier äußerst wertvoll sein – und als willkommenen Nebeneffekt bekommt man einen Eindruck von den Zeitspannen, die man für seine einzelnen Abschnitte benötigt.

Überhaupt ist das Üben bei Neulingen das A und O: Mit jedem Durchgang wird der Vortrag runder und flüssiger und der Redner sicherer und überzeugender.

Sippach: Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, man muss sich tief mit dem Thema auseinandersetzen, einen roten Faden entwickeln und sich ein bißchen in die zukünftigen Zuhörer hineinversetzen. Dann gilt es, die Zeit im Griff zu haben und natürlich noch das Lampenfieber zu überwinden. Da hilft zum Beispiel das Üben vorm Spiegel.

Ebbers: Erzählt über etwas, dass ihr selber einfach total klasse findet! Seid ehrlich und begeistert von dem Thema. Der Rest kommt dann von selbst.

Hunger: Ein Thema zu wählen, dass euch begeistert und mit dem ihr euch auskennt. Das kommt beim Publikum gut an, macht es einfacher in der Vorbereitung und im Falle von Missgeschicken lässt man sich nicht so leicht aus der Bahn werfen. Außerdem nicht zu viel Text auf die Slides packen, sonst lesen die Teilnehmer eure Romane und folgen euren Worten nicht.

Live-Coding ist schwierig, das sollte man immer üben und definitv einen Fallback haben (Video, Screenshots) falls die Demogötter nicht mitspielen. Und dann nicht bis zum letzten Moment warten, bevor ihr das Feedback eurer Mentoren einholt, gern auch schon beim Entwurf und dann regelmäßig absprechen.

Mader: Bei einem Vortrag stehen die Vortragenden im Mittelpunkt. Slides sind Beiwerk und untermalen das Gesagte. Stell dir bei der Vorbereitung immer die Frage: Wenn die Slides mit all dem Text schon die ganze Story erzählen, warum stehe ich da vorne und rede?

Schaut euch erfolgreiche Talks und die zugehörigen Slide-Decks an und lasst euch inspirieren. Freies Sprechen ist nicht einfach und man lernt es nur durch Übung. Beschränke dich deshalb nicht auf Konferenzen, sondern reiche deine Talks bei JUGs und Meetups ein. Die klassische Pizza nach dem Talk schafft den Raum, in dem Zuhörer mal wirklich Feedback liefern. Etwas, was auf Konferenzen nicht passiert.

Und noch eine Geheimwaffe zum Schluss: Gewöhne dir an, "Ähs und Hmmms" durch eine kurze Sprechpause zu ersetzen. Wirkt weniger nervig für die Zuhörer und hilft einem selbst, die nötige Ruhe zu finden. Zwei Buchtipps, mit denen man sich an das Thema Slide-Design (und auch Whiteboard-Arbeit) gut ranarbeiten kann, sind "The Zen of Presentation" und "UZMO". Wer meine Decks kennt, wird schnell sehen, wo meine Inspirationen herkommen.

heise Developer: Was würdet ihr euch für die Zukunft des Programms wünschen?

Simons: Zuerst einmal eine Fortsetzung des Programms, wenn möglich eine Ausweitung. Für mich stellt das Programm eine ideale Möglichkeit dar, aktiv Diversität zu fördern.

Kreuzer: Es wäre toll, wenn sich das Programm noch weiter herumspricht und mehr Leute dazu motiviert, über Vortragseinreichungen nachzudenken. Die hohen Zuschauerzahlen bei den Newcomer-Vorträgen beim diesjährigen JavaLand haben bewiesen, dass es ein großes Potenzial sowohl an Themen als auch an Rednern gibt, das es zu nutzen gilt. Das JavaLand sollte hier ihre Vorreiterrolle ausbauen und mit dem bestehenden Format weiter für die Newcomer da sein.

Sippach: Leider kann nur eine begrenzte Anzahl an Newcomern angenommen werden. Aber ich hoffe, dass auch über die wenigen Glücklichen hinaus sich weitere Mentoren-Beziehungen ergeben. Einen ersten Ansatz gab es beim vergangenen JavaLand mit einem Mentoring-Vortrag und abendlichen Speed-Dating zu diesem Thema. Und hoffentlich lassen sich auch aus den JUGs und der Community heraus viele neue Talente anspornen.

Ebbers: Ich denke, dass wir mit den Newcomer-Programm auf dem JavaLand schon ziemlich gut aufgestellt sind. Schön fände ich, wenn das Konzept auch in anderen Konferenzen weiter übernommen wird.

Hunger: Eventuell ein Speaker-Training über das Programm und gegebenenfalls eine Aufzeichnung der Talks. Ich würde mich freuen, wenn das Programm weiter läuft und wir vor allem Minderheiten in der Entwicklergemeinschaft integrieren. Es wäre schön, wenn die JUGs über diese Talks informiert werden, sodass die Neulinge noch mehr Gelegenheiten haben, ihren Vortrag zu halten und zu verbessern.

Mader: Ganz einfach: Mehr davon! Vielleicht auch JUGs und Meetups noch expliziter mit einbeziehen. Dort können Newcomer am besten starten.

heise Developer: Falk und Hendrik, ihr seid auch die Organisatoren des Newcomer-Programms. Wollt ihr ein Fazit zu diesem Jahr ziehen? Was ist für nächstes Jahr geplant?

Sippach: Ich bin sehr zufrieden, sowohl mit der Qualität der Vorträge als auch mit der Resonanz. Das Lecture Tent war immer übervoll. Unsere Newcomer und Mentoren haben zudem gut zusammengearbeitet und das zeichnet für mich die Idee des Programms aus.

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Wir werden es im nächsten Jahr wiederholen und hoffen auf viele neue Interessenten, die sich der Herausforderung "Bühne" stellen wollen. Zudem möchten wir noch stärker die Diversität fördern und wünschen uns, dass sich beispielsweise auch mehr Frauen trauen werden. Da schlummert noch unheimlich viel Potenzial. Bei der JUG Darmstadt suchen wir bereits in unserer Community nach Kandidaten und bieten ihnen auf dem Weg zum ersten größeren Konferenzvortrag Unterstützung an. Schön wäre, wenn auch andere Java User Groups diesem Beispiel folgen. Dann werden wir auch in den nächsten Jahren beim JavaLand die gesunde Mischung aus internationalen und erfahrenen Sprechern, aber auch vielversprechenden Newcomern aus unseren eigenen Reihen haben.

Ebbers: Ich kann mich da Falk voll anschließen. Ich denke, dass das Newcomer-Programm dieses Jahr ein voller Erfolg war und würde gerne nächstes Jahr daran anknüpfen. Als Verbesserungen hoffe ich, dass wir noch etwas enger mit den JUGs zusammenarbeiten können, um noch mehr Leute mit dem Programm zu erreichen. Und so werden wir sicher auch im nächsten Jahr den einen oder anderen neuen Stern am Java-Himmel entdecken.

Du bist selber ein junger Entwickler oder kennst jemanden, von dem du gerne ein Interview in dieser Serie lesen würdest? Schreib uns doch einfach eine E-Mail. Wir freuen uns auf deinen Vorschlag!