Die sieben Todsünden der Erfolgsmessung in der agilen Entwicklung

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Trotz des nachweisbaren Erfolgs agiler Methoden zögern einige Unternehmen, diese bei sich einzuführen. Eines der dabei häufig diskutierten Themen sind geeignete Metriken, die auch dem Management Transparenz liefern. Wie kann man erfolgreich die Zahlen ermitteln und bereitstellen, die es ermöglichen, bessere Entscheidungen zu treffen, ohne die agile Unternehmenskultur zu beeinträchtigen?

Im Verlauf der Zeit gab es unterschiedliche Sichtweisen auf die Methode der agilen Softwareentwicklung – von einem Wertemanifest bis hin zu einer Priorisierung der Anpassung an einen Wandel. Dabei war jede Veränderung der Sichtweise eine Reaktion auf eine veränderte Umgebung.

Früher war der Übergang zwischen den unterschiedlichen Lebenszyklusphasen von Software kostspielig. Compiler liefen stundenlang, Tests waren aufwendig, und die Auslieferung konnte monatelang dauern. In einem solchen Umfeld war es von entscheidender Bedeutung, die Anzahl dieser Entwicklungsphasen auf ein Minimum zu beschränken. Deshalb lag der Feedback-Schwerpunkt auf dem Prozess. Da der Erfolg eines Projekts davon abhing, dass es vor dem Auslaufen der Finanzierung fertiggestellt wurde, lag ein ähnlicher Schwerpunkt auf dem Planungs-Feedback.

Dann änderten sich die Umstände. Die Kosten für Kompilierung, Tests und Distribution liegen inzwischen nahezu bei null. Die größte Bedrohung für den Erfolg besteht nicht länger in der Gefahr, dass das Geld ausgeht, sondern darin, dass man sein Marktfenster verfehlt. "Überarbeiten" ist nicht länger verboten. In der Tat ist es besser, etwas minimal Nutzbares zu schaffen und es dann auf der Grundlage eines Nutzer-Feedbacks zu "überarbeiten" als etwas "von vornherein richtig zu machen". Man legt nicht mehr so viel Wert auf das Prozess- oder Planungs-Feedback. Die wertvollste Rückmeldung ist eine direkt zum Produkt.

Die agile Entwicklung hat die alten metrischen Systeme zu Recht verworfen und durch qualitative Kriterien ersetzt, die sich gut auf kleinere Teams anwenden lassen. "Agile" wird jedoch zunehmend auch von größeren Organisationen eingesetzt. Es kommt nun zunehmend mehr auch in Umfeldern zum Einsatz, in denen noch immer erhebliche Stage-Gate-Übergangskosten entstehen (wie etwa Hardware-/Firmware-Systeme). In solchen Umgebungen ist qualitative Erkenntnis durch eine angemessene quantitative Erkenntnis zu ergänzen. Das Pendel schlägt also wieder in die andere Richtung aus, und die Bedeutung einer geeigneten Messung wird deutlich.

Worauf muss man nun achten, um die Fortschritte in einem agilen Entwicklungsumfeld erfolgreich zu messen? Hier gibt es grundlegende Fehler – hier als Sünden bezeichnet –, die unbedingt zu vermeiden sind.