E-Books aus Verlegersicht

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Seit dem Aufkommen von Kindle und Co. macht sich bei Viellesern von Fachliteratur der Wunsch breit, für die tägliche Arbeit interessante Lehrbücher sowohl am Tablet als auch in physikalischer Form lesen zu können. Aufgrund des steigenden Konkurrenzdrucks bietet der eine oder andere Verlag seinen Lesern mittlerweile derartige Dienstleistungen an. Eine zufällige Besprechung mit einem österreichischen Verlagsmanager ergab, dass die Branche dieser Idee im Großen und Ganzen kritisch gegenübersteht.

Das liegt unter anderem daran, dass die Käufer von Fachbüchern im Allgemeinen als finanzstark und zahlungswillig gelten. Wer eine Kiste Lehrbücher dreimal zwischen Pjöngjang, Peking, Budapest und Moskau hin und her geschleppt hat, kauft sich die E-Books irgendwann zur Entlastung seines Rückens.

Aus Sicht des Verlagsmanagers sind Modelle wie dpunkt.plus alles andere als zukunftsträchtig. Es dürfte – so die Meinung des Gesprächspartners – nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Angebote den Weg alles Irdischen gingen. Der Verkauf von E-Books ist offenbar schon jetzt in vielen Fällen ein reines Verlustgeschäft, dessen Ausweitung alles andere als sinnvoll sei.

Das liegt seiner Meinung nach auch daran, dass die bei Technikern und Informatikern weitverbreiteten Tablets mit Hintergrundbeleuchtung zum Lesen ungeeignet seien. Österreichische Verlage gehen davon aus, dass Geräte mit hintergrundbeleuchteten Bildschirmen für weniger als zwei Prozent der Gesamt-Lesehandlungen verantwortlich seien.

Wie stehen Sie zum Thema? Erwarten Sie, dass das E-Book kostenlos beiliegen muss? Würden Sie den Vollpreis zweimal bezahlen, um das Lehrbuch auch "am Telefon" zu haben? Oder ist eine angemessene Bereitstellungsgebühr der richtige Weg?