Einführung in barrierefreie Software

Fazit

Leider hat sich barrierefreie Software noch nicht vollständig von ihren Wurzeln lösen können und wird allzu häufig noch als unrentabler Zusatzaufwand gesehen, der sich an die speziellen Bedürfnisse behinderter Nutzer richtet. Bei genauerer Überlegung wird aber klar, dass diese Ansicht nicht tragbar ist. Die wörtlichen Barrieren bei der Nutzung eines Computers können vielseitig sein. Behinderte Personen stellen dabei nur eine Gruppe der tatsächlichen Profiteure dar.

SoftwareArchitekTOUR

Die Episode 38 des SoftwareArchitekTOUR-Podcasts behandelte die Themen Barrierefreiheit und Usability. Als Gast war der blinde Softwareentwickler Artur Ortega geladen.

Barrierefreie Software lässt sich besser als verlustfreie Bereitstellung von Informationen unabhängig von körperlichen oder technischen Einschränkungen definieren statt einfach nur behindertengerecht. Das bedeutet auch, dass die Vorteile, die sich für nichtbehinderte Nutzer ergeben, nicht nur als positiver Nebeneffekt
gesehen werden dürfen, sondern diese gleichwertig nebeneinander stehen.

Der interessante Punkt ist hier vor allem, dass viele Aspekte, die zur Barrierefreiheit der Software beitragen, bereits gängige Anforderungen bei der Softwareentwicklung sind. Dadurch relativieren sich mutmaßliche Mehrkosten und können bei kommerziell genutzten Angeboten sogar als Investition gesteigerten Umsätzen direkt gegenübergestellt werden.

Diese ergeben sich aus der gesteigerten Kundenzufriedenheit, die wiederum der Ausdruck eines hohen Bedienkomforts durch klare Darstellungen, logische Navigation oder technische Flexibilität ist. Wird barrierefreie Software unternehmensintern genutzt, fördert sie die effiziente und stressarme Arbeit am Computer. (ane)

Pierre Heim
arbeitet bei der T-Systems International GmbH als System Engineer. Neben seiner Tätigkeit in der Softwareentwicklung und Systemadministration berät er intern Softwareprojekte bei der technischen Realisierung von Barrierefreiheit.