Fernbedienung falsch aufgebaut

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Wer sich einmal mit Benutzerschnittstellen von Kaffeemaschinen und ähnlichen Geräten auseinandergesetzt hat, der empfindet die Arbeit mit mobilen GUIs als paradiesisch. Mehr Kontakte erhöhen die Hardwarekosten, weshalb die Mehrfachverwendung von Buttons zum "guten Ton" gehört.

Ein asiatischer Smart-TV-Hersteller leistet sich in diesem Bereich einen besonders peinlichen Fehler, der auf Seiten der Userschaft zu Ärger führt. Die in der Abbildung gezeigte Fernbedienung weist einen empfindlichen Fehler auf.

Hier hat es zwei Knöpfe zuviel (Bild: abc texte / Dr. Doris Maria Kohrs)

Das Unternehmen besteht aus für den Autor nicht nachvollziehbaren Gründen darauf, seinen Usern zwei verschiedene Buttons zum Beenden bziehungsweise Zurückkehren zuzumuten. Das ist aus mehrerlei Hinsicht ungeeignet: Erstens muss der User seinen Finger von Button zu Button bewegen, was zusätzliche Zeit kostet. Zweitens – das ist meiner Meinung nach schlimmer – ist dieser Aufbau in höchstem Maße kontraintuitiv.

Android und Windows Phone konditionieren ihre Nutzer seit Jahr und Tag darauf, einen einheitlichen Back-Stack vorauszusetzen. Wer zu einem Formular zurückkehren will, klickt einfach auf "Back" ... und kommt irgendwann an seinem Ziel an.

Verteidiger des Konzepts werden nun anführen, dass ein dedizierter Exit-Button den Ausstieg aus einem Programm erleichtert. Das ist mit Sicherheit nicht falsch – leider ist ein derartiger Button unter der Bezeichnung "Home" bekannt.

Die Moral von der Geschichte ist einfach. Wer eine Benutzerschnittstelle realisiert, muss auf die in den Gehirnen seiner User befindlichen Erfahrungen eingehen. Der Mensch ist und bleibt nun mal ein Gewohnheitstier.