Frechheit siegt

The World of IT  –  2 Kommentare

Über die Entstehung des agilen Manifests gibt es ja unterschiedliche Geschichten. Auf der OOP wurde aus Anlass des 15-jährigen Jubiläums in einer sogenannten Story-Harvesting-Session einigen Varianten auf den Grund gegangen.

Auf der diesjährigen OOP in München wurde unter anderem auch das 15-jährige Jubiläum des agilen Manifests gefeiert. Martin Heider, Markus Wittwer und Christine Neidhart trugen dem Rechnung, indem sie drei der Autoren – Ward Cunningham, Arie van Bennekum und James Grenning – dazu einluden, jeweils ihre Variante der Entstehungsgeschichte des Manifests darzulegen. Ich landete dabei in der Gruppe von Ward, was sehr aufschlussreich war.

Ward Cunningham, einer der großen (aber auch der "hidden") Inventoren unserer Zunft, erzählte, dass es zu dieser Zeit üblich war, Workshops oder Meetings zu organisieren, an denen man nur auf Einladungsbasis teilnehmen konnte. Er selbst fand das immer ganz cool, insbesondere natürlich dann, wenn er selbst zu so einem (exklusiven) Workshop eingeladen wurde. Einige (wer genau wusste er nicht mehr) luden nun zu einem Workshop ein, auf dem das Thema leichtgewichtige Methoden (woraus dort dann agile Methoden wurde) diskutiert werden sollte.

Tja, obwohl Ward einer der Urväter von XP (Extreme Programming) ist, wurde er nicht zu diesem Workshop eingeladen. Dumm nur, dass die Organisation des Workshops über das Wiki erfolgte. Und in diesem Fall muss man wirklich "das" Wiki sagen, denn es gab zu dieser Zeit keine große Auswahl an Wikis. Da Ward Wikis als Technologie erfunden hatte, war er auch derjenige, der "das" Wiki hostete. Ward sah die Diskussionen zu dem Workshop und, da das Wiki ja jedem erlaubt zu editieren und Dinge zu ändern, änderte einfach die Einladungsliste – und schwups war er Teil des Workshops.

Was die Moral von der Geschichte ist, kann sich jeder selbst ausdenken. Konsequent ist auf alle Fälle, dass Ward auch die Webseite des agilen Manifests hostet.