GameSpy: Planung für das Produkt-Lebensende

Die mobile Denkfabrik  –  3 Kommentare

Der amerikanische Serveranbieter GameSpy kündigte vor wenigen Wochen an, dass seine Multiplayer-Infrastruktur in wenigen Wochen abgeschaltet wird. Besitzer betroffener Spiele protestierten. Für Entwickler gibt es hier eine wichtige Lektion zu lernen.

Wer eine Beziehung eingeht, bereitet sich durch Ehevertrag und/oder geschickte Vermögensallokation auf das eventuelle Scheitern der Verbindung vor. Im Mobilmarkt gehen die meisten Entwickler davon aus, dass ihr Produkt "irgendwann einfach so verreckt".

Bisher war das meist aufgrund der begrenzten Hardware-Lebensdauer gegeben. Wenn das Spiel oder der Titel mit der neuen Betriebssystemversion nicht kompatibel war, musste der Nutzer auf sein lieb gewonnenes Programm verzichten.

Im Fall eines komplett offline arbeitenden Produkts ist das Absitzen dieser Wartezeit für den Entwickler kein Problem. Heutige Programme funktionieren immer öfter nur im Zusammenspiel mit einem Cloud-Dienst – in dieser Situation findet sich der Anbieter in einer höchst prekären Lage wieder. Das "forcierte Abschalten" der Services führt zu Unzufriedenheit, während der Weiterbetrieb zu Verlusten führt.

Es steht außer Frage, dass die Planung für das Produktlebensende nicht die angenehmste Aufgabe eines Entwicklers darstellt. Trotzdem ist es von eminenter Bedeutung, sich schon bei der Erstellung mit diesem Problem zu befassen.

Leider kann ich an dieser Stelle kein Patentrezept für das Eliminieren einer App finden. Eine rege Diskussion im Kommentarbereich würde mich deshalb umso mehr freuen.