Gedanken zu Online-Magazinen

Kais bewegtes Web  –  1 Kommentare

Wie jedermann weiß, hat sich das Leseverhalten vieler Menschen geändert – zumindest außerhalb Deutschlands scheint das durch Amazons Kindle und Apple iBooks beziehungsweise deren umfangreiche Shopangebote der Fall zu sein. Mir fällt es schwer, mich an mein zuletzt erstandenes Buch in Papierformat zu erinnern.

Waren es zunächst nur (eher textlastige) E-Books im Formaten wie .mobi, .epub oder .pdf, die vielleicht gelegentlich Illustrationen oder Grafiken enthielten, findet man nunmehr immer öfter Zeitungen, Zeitschriften und Magazine in elektronischen Versionen.

Tablet-Geräte bieten sich aufgrund ihrer Beschaffenheit offensichtlich zum Lesen von Magazinen an. Aber was ist das beste Format für ein Online-Magazin? Und was ist hinsichtlich Größe, Funktionen und Multimedia-Gehalt (Audio, Video, Animationen etc.) eines Online-Magazins angemessen? Im weiteren Verlauf geht es hierbei nicht um HMTL-Web-Versionen eines Magazins, sondern um den Typ von Online-Magazin, den man sich zum Offline-Lesen auf sein Tablet- oder E-Reader-Gerät herunterlädt.

Es gibt hier sicherlich keine allgemeingültige Antwort. Mich persönlich nerven aber eine ganze Menge "Features" vieler Online-Magazine. Hier eine Übersicht:

  1. Magazine und Zeitschriften, die sich exklusiv nur mit Hilfe einer speziellen iOS- beziehungsweise Android-App des jeweiligen Verlags oder anderweitigen Publishers öffnen und lesen lassen (und ja, mir ist durchaus klar, dass auch verschiedene Apps des Heise Verlages leider in diese Kategorie fallen). Auch beliebt – ein total proprietärer Client mit eigenem Login, in dem das Lesen elektronischer Inhalte nahezu zu einer schmerzhaften Angelegenheit wird.
  2. Ausgaben einer Zeitschrift, die im Gegensatz zur Printausgabe in rauen Mengen mit Audio und Video vollgepackt sind, sodass ich pro Ausgabe 200 bis 500 MByte herunterladen muss.
  3. Magazine mit einer völlig unrealistischen Preisgestaltung im Online-Bereich. Ich habe gerade letztens die Online-Ausgabe einer Zeitschrift gesehen, deren E-Magazin-Preis um einen Euro höher lag als der Preis der Printausgabe.

Argument 2 ist eindeutig eine Geschmacksfrage und abhängig vom Leser. Ich persönlich möchte eigentlich nur eine inhaltsgleiche PDF-Version von Magazin A, B oder C, alternativ vielleicht noch je nach Art des Magazins eine .epub-Datei für ein netteres Leseerlebnis bei viel Text. Ein mit Layout versehenes PDF sollte maximal circa 20 bis 30 MByte groß sein, für eine textlastige .epub-Datei würde ich sogar nur etwa 1 MByte ansetzen wollen. Mir ist klar, dass es auch andere Lesertypen gibt, die sich Animationen und Interaktion in ihren Online-Magazinen wünschen. Liebe Verleger: Prima, aber wie wäre es denn einfach mit zwei oder mehreren Versionen eures Magazins?

Punkt 3 – der Preis. Immer wieder gerne gehört: Aber die eigentlichen Kosten beziehungsweise der Wert des Magazins liegen doch in den Inhalten. Richtig, dem stimme ich absolut zu. Ich erwarte auch nicht, dass ein Printmagazin zum Preis von 10 Euro online nur 3,25 Euro kostet. In der Realität werden bestimmte Kosten der Erstellung eines Magazins in einer Printausgabe (Papier, Druckvorgang, Auslieferung, Rabatte für den Zeitschriftengroßhandel und -Einzelhandel) durch andere Kosten ersetzt: App-Erstellung, Publikation in alternative Dateiformate, Gebühren für App-Marktplätze, Server- und Hostingkosten. Heben sich diese beiden Kostenansätze in ihrer Wirkung völlig auf? Ich bin jedenfalls nicht bereit, für Online-Ausgaben eines Magazins einen höheren Preis zu bezahlen als für eine Printausgabe

Die Motivation für diesen Blogpost war übrigens: Adobes monatlicher Edge-Newsletter heißt jetzt Adobe Inspire Magazine (ich vermute mal wegen Namensgleichheit mit Adobes neuem HTML-Animationstool Edge). Im Zuge dieser Umbenennung wurde dann natürlich auch eine iPad-App bereitgestellt. Der iOS-Download der App hat eine Größe von circa 6 oder 7 MByte – das eigentliche Magazin wird dann im Laufe des Lesens heruntergeladen und ist circa 250 MByte groß ...