Gedanken zum Thema Smartwatch

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Smartwatches sind per se nichts Neues. Der erste "Vorahn" der Produktgattung erschien in den seligen Zeiten des Palm OS. Technisch gut implementiert, scheiterte das Gerät aufgrund einiger "Realitäten" im Markt.

Beginnen seien die Überlegungen über Erfolg und Misserfolg im Smartwatch-Bereich mit einem Bild des WristPDA.

Der Fossil WristPDA ist die erste Generation der Smartwatch (Bild: Tamoggemon Holding k.s.)

Fossil wollte mit dem Gerät Technikfreaks ansprechen, die dadurch ihren Handheld ersetzen sollen. Aus diesem Grund bekam die Uhr einen für damalige Verhältnisse relativ starken Prozessor und vergleichsweise viel Speicher. Beides war für die Akkulaufzeit alles andere als gesund und führte zudem zu einem klobigen und unattraktiven Gehäuse. Im Vergleich zu damaligen Handhelds blieb die Uhr trotzdem weitaus weniger leistungsfähig – die von Fossil erhoffte "Quer-Adaption" blieb aus.

Pebble verfolgt mit seiner gleichnamigen Uhr eine weitaus intelligentere Strategie. Deren gleichnamige Smartwatch sieht sich selbst als "Erweiterung" des sowieso in der Tasche des Users befindlichen Smartphones, die nicht alle Funktionen eines ausgewachsenen Handcomputers mitbringt.

Die bewusste Reduktion des Funktionsumfangs ermöglicht das Realisieren attraktiver und kompakter Hardware. Das vergleichsweise elegante Design des Gehäuses sorgt dafür, dass die Uhr auch von Nicht-Freaks gekauft wird – die dadurch erreichte größere Marktpräsenz befeuert "economies of scale" und lockt Entwickler an.

In ferner Zukunft ist es vielleicht irgendwann möglich, PDA-äquivalente Leistungen ins Smartwatch-Format zu bringen. Bis dahin wird der Sand der Zeit noch das eine oder andere Opfer fordern – die "überzüchtete" i'm Watch dürfte das weiße Licht bereits nahen sehen.

PS. Es ist für Kenner der Geschichte von Palm OS nicht unironisch, dass man bei PalmSource nicht selbst auf die Idee mit der Funktionsreduzierung kam – der Palm 1000 war aus genau diesem Grund erfolgreich.