Gelesen: "Wie Elon Musk die Welt verändert"

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"Ich würde gerne auf dem Mars sterben, nur nicht bei der Landung", hat Elon Musk einmal gesagt. Er hat den Zahlungsdienstleister PayPal sowie das Weltraumunternehmen SpaceX gegründet und leitet außerdem die Geschicke des Elektroauto-Herstellers Tesla Motors. Ashlee Vance hat seine Biografie geschrieben. Lohnt sich die Lektüre?

Elon Musk ist ein herausragender Unternehmer. Er hat PayPal und SpaceX gegründet. Er ist CEO von SpaceX und Tesla Motors. Er hat die Idee für den Hyperloop entwickelt. Nach eigener Aussage ist sein Lebensziel, der Menschheit die interplanetare Raumfahrt zu ermöglichen, um eine zweite Erde finden und besiedeln zu können.

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Dass er auf dem Weg dorthin mit Tesla Motors die Elektromobilität quasi en passant massentauglich macht, wirkt dagegen schon fast unbedeutend. In Wahrheit jedoch wären die meisten Unternehmer äußerst glücklich, wenn ihnen nur ein Bruchteil des Erfolgs von Tesla beschieden wäre. Über Ziele wie jene von SpaceX wagen die wenigsten überhaupt nachzudenken.

Wie kann das sein? Wer ist Elon Musk? Was treibt ihn an? Der US-amerikanische Journalist Ashlee Vance geht diesen Fragen in der 2015 erschienenen Biografie "Elon Musk: Wie Elon Musik die Welt verändert" nach.

Er beginnt mit der Schilderung von Musks harter Kindheit in Südafrika, dem Auswandern nach Kanada und in die USA sowie dem Erfolg mit seinem ersten Unternehmen Zip2, das er bereits nach vier Jahren an Compaq verkaufen konnte. Die Gründung von X.com, aus dem später PayPal hervorgehen sollte, rundet die Einführung ab.

Anschließend beginnen die beiden Schwerpunkte des Buchs, die sich ausführlich mit der Gründung und dem Aufbau von SpaceX beziehungsweise Tesla Motors befassen. Beides liest sich dank des lockeren Erzählstils von Vance leicht und ausgesprochen kurzweilig.

Eingeflochten in diese beiden Erzählstränge sind die Ehen von Elon Musk, zunächst mit der Schriftstellerin Justine Wilson, anschließend mit der Schauspielerin Talulah Riley. Allzu viele Details aus Musks privatem Leben erfährt der Leser jedoch nicht. Das unterscheidet das Buch deutlich von anderen, deutlich persönlicheren Biografien, beispielsweise "Steve Jobs" von Walter Isaacson. Das schmälert das Buch ein wenig, denn Musk wird auf die Art zwar als bemerkenswerter Unternehmer beschrieben, das Bild von ihm als Mensch bleibt jedoch äußerst unscharf und oberflächlich.

Sieht man über dieses Manko hinweg, ist das Buch gelungen. Leider wird der an sich positive Eindruck gegen Ende zunehmend getrübt, da der Autor zunehmend häufiger unnötig durch die Zeit springt und zwischen verschiedenen Themen wüst hin und her wechselt, obwohl sie zunächst klar gegliedert eingeführt wurden.

Das macht das Lesen zunehmend mühsam und langwierig, zumal Vance auch beginnt, sich zu wiederholen. Es wirkt, als wäre gegen Ende kaum noch Zeit gewesen, das Manuskript ordentlich zu Ende zu bringen. Das ist schade, denn die Beschreibung der äußerst spannenden Ideen und Pläne rund um Hyperloop und die Marsbesiedelung leidet darunter deutlich.

Trotzdem ist das Buch durchaus lesenswert. Das liegt vor allem daran, dass es sehr anschaulich herausarbeitet, was die Ziele und die Motivation von Musk sind. Die Ziele mögen auf den ersten Blick übergeschnappt erscheinen. Tatsächlich folgt er aber einem konkreten Plan von der Zukunft, baut Mosaikstein um Mosaikstein auf und fügt sie nach und nach zusammen, bis schließlich ein großes Ganzes entsteht.

Dieses große Ganze revolutioniert nicht nur verschiedene Industrien, sondern kann vor allem dazu motivieren, wieder mit mehr Neugierde und einem forschenden Blick in die Welt zu sehen und sich nicht mit dem Statu quo abzufinden. Wenn es etwas spannendes Neues zu entdecken gibt, ist das bereits ein Wert an sich.

Es wäre schön, diese Denkart häufiger anzutreffen.

tl;dr: Die Biografie von Elon Musk ist in weiten Teilen spannend, fällt aber leider gegen Ende ab. Sie befasst sich primär mit Musk als Unternehmer, bleibt dabei aber unpersönlich. Trotzdem ist das Buch ob der darin vermittelten Denkart und Sicht auf die Welt durchaus lesenswert.

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