Gelesen: "Wie Google tickt"

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Google gehört zweifelsohne zu den beeindruckendsten Unternehmen der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts. Doch was zeichnet es aus, was macht das Unternehmen so besonders? Antworten auf diese Fragen gibt das Buch "Wie Google tickt".

Wenn ein Buch über die Arbeitsweise eines Unternehmens von zwei ranghohen Managern geschrieben wird, die für dieses Unternehmen arbeiten, ist besondere Skepsis angebracht. Unwillkürlich erwartet man eine ins Positive geschönte Darstellung, die detailliert mit der PR-Abteilung abgestimmt ist.

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Genau diese Konstellation trifft auf "Wie Google tickt" zu, denn das bereits im Januar 2015 erschienene Buch haben Eric Schmidt (zunächst CEO und später Executive Chairman) und Jonathan Rosenberg (Senior Vice President of Products) geschrieben. Auch wenn sich die Aussagen von außen kaum objektiv bewerten lassen, lohnt die Lektüre des Buchs trotzdem.

Um nicht enttäuscht zu werden, gilt es allerdings, die Erwartungshaltung zu justieren. Die Autoren beziehen sich zwar stets auf Google, tatsächlich geht es jedoch nur äußerst selten speziell um Google als Unternehmen. Das Buch liest sich daher eher wie ein Leitfaden für moderne IT-Unternehmen des 21. Jahrhunderts.

Das jedoch gelingt grandios. Den Kern des Buchs bildet der Begriff der "smarten Kreativen", um die herum ein Unternehmen aufzubauen ist. Immer wieder betonen die beiden Autoren, wie wichtig es ist, die richtigen Rahmenbedingungen für diejenigen Menschen zu schaffen, die etwas bewirken wollen und können.

Dabei zählen allein deren Ideen und Fähigkeiten, diese auch umzusetzen. Entsprechend hoch fällt bei Google die Wertschätzung für Intelligenz, Kreativität und Tatendrang aus. Auch die Fähigkeit, anders zu denken und vermeintliche Grenzen zu überwinden, spielt eine hohe Rolle.

Beispielsweise überzeugt eine Idee nur aufgrund ihrer Qualität, nicht wegen der Person, die sie ausgesprochen hat. Dass selbst die Gründer eines Unternehmens wie Google irren und Fehler machen, sagt einem der gesunde Menschenverstand – und trotzdem trifft man in den meisten Konzernen auf eine klassische Hierarchiehörigkeit.

Da das nur dann funktionieren kann, wenn man die richtigen Talente einstellt und wenn ein Unternehmen eine offene und freie Kultur lebt, beschreiben Eric Schmidt und Jonathan Rosenberg detailliert, wie beides funktioniert. Abgerundet wird das Ganze durch ein Kapitel zum Thema Innovation.

Das Buch liest sich dabei angenehm kurzweilig. Es ist in kompakte, in sich geschlossene Abschnitte unterteilt, die viele praktische Tipps enthalten und auf die man als Referenz auch nach der ersten Lektüre immer wieder zurückgreifen kann.

Das letzte Kapitel formuliert schließlich mit dem Titel "Denken Sie das Undenkbare" eine auffordernde Einladung und beschreibt zugleich den Anspruch, den Google an sich selbst hegt: Niemals stehen zu bleiben, sondern stets das eigene Handeln zu hinterfragen und sich neu zu erfinden, indem man neugierig und aufgeschlossen nach Fortschritt strebt.

Von dieser Denkart könnten etliche Unternehmen profitieren. Das gilt nicht nur innerhalb, sondern im Hinblick auf die grundlegenden Überzeugungen und mit einigen Anpassungen auch außerhalb der IT.

Daher sei das Buch jedem empfohlen, für den die Gegenwart lediglich das Fundament für die Gestaltung der Zukunft darstellt. Einer Zukunft, die disruptiv und radikal anders sein mag, aber die wir aktiv gestalten können. Das vorliegende Buch liefert die Anleitung dazu.

tl;dr: "Wie Google tickt" ist eine hervorragende Anleitung, wie Unternehmen im 21. Jahrhundert funktionieren müssen, um für die Zukunft gewappnet zu sein und langfristig Erfolg haben zu können.

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