Gitorious offline: Treffer ins Gehirn der Entwickler

Die mobile Denkfabrik  –  3 Kommentare

Im Web 2.0 und in der App-Entwicklung ist es seit einiger Zeit populär, zunehmend Dienstleistungen an Drittanbieter auszulagern. Mittlerweile gibt es Unternehmen, die ihre Versionsverwaltung auslagern und in ausgelieferten Applikationen auf in sogenannten Content Delivery Networks befindliche Bibliotheken verweisen (!).

Das hinter dem Qt-Projekt stehende Unternehmen Digia hat sich – anders als seine finnischen Vorgänger – im Großen und Ganzen als verantwortlicher und zuverlässiger Verwalter für das Cross-Plattform-Framework erwiesen. Leider lagert der Code auf Gitorious.

Ebendieser Anbieter hatte vor kurzem aufgrund einer Aktualisierung eine ausgiebige Downtime. Es war stundenlang nicht möglich, auf die dort befindlichen Quellcodes zuzugreifen. Im Unternehmen des Autors führte das zu signifikanten Problemen, da ein Skript zur Initialisierung eines Nodes in einem Rechnerverbund auf dort liegenden Code zugreift.

Während der Entwicklung des Skripts wirkte die Entscheidung des direkten Zugriffs auf den gehosteten Code vernünftig, da es die lokale Vorhaltung überflüssig machte. Selbiges gilt auch für Webapplikationen, die Bibliotheken von einem Server eines Drittanbieters herunterladen.

In diesem Fall treten mehrere Risikofaktoren auf: neben dem "Offline-Sein" des Anbieters ist es auch vorstellbar, dass das Unternehmen spontan eine aktuellere Version einspielt. Der eingesparte Traffic ist – nach meiner Meinung – dieses Risiko nur in den seltensten Fällen wert.

Fazit

Es steht außer Frage, dass Drittanbieter Entwicklern das Leben (nicht unwesentlich) erleichtern. Allerdings ist Zentralisierung nicht immer positiv: wenn ein Anbieter "zu viel Macht" ansammelt, kann ein Ausfall verheerende Konsequenzen haben. Manchmal ist es besser, Infrastruktur selbst bereitzustellen ...