Götz & Golo: Ein Jahr später

the next big thing Golo Roden  –  0 Kommentare

Am 19. August 2019 hatten Götz und ich unsere Blogserie "Götz & Golo" angekündigt. Inzwischen sind zwölf Folgen erschienen. Daher ist es an der Zeit für einen kritischen Rück- und einen konstruktiven Ausblick.

Götz Martinek und ich kennen uns schon seit Jahren: Wir mögen uns, schätzen die Kompetenz und die Art des jeweils anderen und teilen eine große Leidenschaft für moderne Softwareentwicklung. Götz ist auf C++ spezialisiert und arbeitet als Geschäftsführer der sodge IT GmbH. Ich hingegen bin auf JavaScript und Node.js spezialisiert und arbeite als CTO der the native web GmbH.

Vor etwas über einem Jahr hatten wir die Idee, uns jeden Monat mit einem anderen Thema der IT zu beschäftigen, zu dem dann jeder von uns seine individuelle Perspektive beschreibt, ohne den Artikel des jeweils anderen im Vorfeld zu kennen. Und immer am ersten Dienstag eines Monats um 10:13 Uhr war es soweit: Die Blogposts von Götz und mir gingen zeitgleich online.

Die Varianz war groß: Von einem Plädoyer für eine offene und tolerante Kommunikation in der IT-Unternehmenskultur über die Frage nach günstigerer Software durch weniger Tests bis zur Entdeckungsreise in die selbst genutzte Programmiersprache war einiges dabei. Nach inzwischen zwölf Folgen ist es nun an der Zeit für einen kritischen Rückblick. Was war gut? Was war schlecht? Was war überraschend? …?

Ein Rückblick …

Was mich persönlich am meisten gefreut hat, war, dass Götz und ich uns – obwohl wir uns wie gesagt bereits seit Jahren kennen – im Lauf dieses Jahres besser kennengelernt haben. Wir haben jeden einzelnen Blogpost per Videokonferenz nachbesprochen und uns über die gegenseitigen Ansichten ausgetauscht. Das war für mich das wertvollste: Dass ich jemanden, den ich sehr schätze, noch besser kennenlernen durfte.

Allerdings bin ich rückblickend auch überrascht, wie ähnlich unsere Meinungen in der Regel waren: Das liegt zu einem gewissen Grad natürlich an der Bubble, in der man sich bewegt – aber zum einen unterscheiden sich unsere technologischen Hintergründe deutlich voneinander, und zum anderen gibt es trotz aller Gemeinsamkeiten auch stets Differenzen.

Es hat mich daher überrascht, dass der Ansatz, unabhängig voneinander zu schreiben, um (bewusst) kontroverse Meinungen zu provozieren, nicht funktioniert hat. Das ist für mich das, was ich am meisten bedaure. Denn so schön Gemeinsamkeiten sind – persönlich entwickelt man sich eher durch Diskussionen und Reibungspunkte weiter, als wenn man ständig einer Meinung ist.

… und ein Ausblick

Daher haben wir nach dem Blogpost vom vergangenen Monat überlegt, was wir zukünftig anders machen könnten, um mehr Differenzen einzubringen – was nicht nur für uns, sondern auch für unsere Leserinnen und Leser spannender und interessanter sein könnte.

Als Ansatz haben wir uns überlegt, wegzugehen von tatsächlichen Fragestellungen à la Was zeichnet lesbaren Code aus?, denn hier laufen wir tatsächlich zu sehr Gefahr, dass wir ähnliche Antworten geben – vermutlich, weil wir ein ähnliches Selbstverständnis und Wertesystem an die IT anlegen.

Stattdessen wollen wir mehr aus der persönlichen Historie erzählen: Welche Erfahrungen haben wir mit gewissen Themen in der Vergangenheit gemacht? Wie handhaben wir bestimmte Dinge heute, und warum? Was hat unseren Weg bis hierhin geprägt? Da wir unterschiedliche Hintergründe haben, ist unsere Hoffnung, dass wir auf die Art mehr Varianz einbringen können.

Als erstes Thema haben wir uns für den kommenden Monat überlegt, was unsere Erfahrungen mit testgetriebener Entwicklung (TDD) sind – und so viel sei an dieser Stelle von mir bereits verraten, dass mein persönlicher Bezug zu dem Thema im Lauf der Jahre einer Achterbahnfahrt gleicht. Doch dazu dann mehr am Dienstag, dem 6. Oktober 2020, um 10:13 Uhr.

In diesem Sinne: Ich freue mich auf die Zukunft, und auf ein weiteres Jahr Götz & Golo!

tl;dr: Von "Götz & Golo" gibt es inzwischen zwölf Folgen. Die Serie hat Spaß gemacht, hat aber das Ziel, kontroverse Meinungen zu produzieren, nicht erreicht. Daher ändert sich das Format, weg von konkreten Fragestellungen hin zu persönlichen Erfahrungsberichten.