Higher and Faster – without Break

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Der vor wenigen Tagen an dieser Stelle veröffentlichte Beitrag zum Thema daemontools brachte einen Leserkommentar, der zur Verwendung einer aktuelleren Software aufrief. Es steht außer Frage, dass die daemontools "älter" sind – die Frage ist, ob dies unbedingt schlecht ist.

Im Bereich der Rüstung galt die Maxime des "höher und weiter" am Anfang des Kalten Krieges – Luftfahrzeuge wie die MIG25 waren ihren Vorgängern in Sachen Geschwindigkeit weit überlegen. Diese übertrafen ihre Vorgänger ebenfalls um Meilen – Verdoppelungen der Performance zwischen den einzelnen Generationen waren problemlos möglich.

Im Laufe der Zeit stellte man fest, dass weitere Steigerungen nicht sinnvoll sind. Die MIG31 ist – je nach Rechenweise – sogar etwas langsamer als ihr direkter Vorgänger. Statt Götzendienst am Altar der Superlative ging es fortan um das, was militärisch und ökonomisch sinnvoll war.

Meiner Ansicht nach ist "höher und weiter" im Bereich der Informatik besonders in kleinen Firmen oft fehl am Platz. Die mit 700 KByte geradezu winzigen daemontools sind seit Generationen erprobt. Da sie keine bekannten Sicherheitslücken aufweisen, spricht nichts dagegen, sie "einfach ihre Arbeit machen zu lassen".

Es steht außer Frage, dass das Weiternutzen von Produkten mit potentiellen Schwächen – Windows XP ist hier ein erstklassiges Beispiel – brandgefährlich ist. Im Fall eines "kleinen Werkzeugs" wie den daemontools besteht dieses Risiko aber nicht – wer die diversen Funktionen komplexerer Monitoring-Lösungen nicht braucht, kann seinen Raspberry Pis die zusätzliche Last getrost ersparen.

PS: An "hosi": Ich würde Ihnen gerne – als kleines Dankeschön für das Feedback – eine Kopie meines bei dpunkt erschienen Buchs zum Thema Kinect zukommen lassen. Bitte kontaktieren Sie mich unter tamhan (at) tamoggemon dot com!