I like partially

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Letztes Wochenende gab es ein bemerkenswertes Interview des "Mentalisten" Jan Becker, Sieger von "The next Uri Geller" in der Süddeutschen Zeitung. Es ging um die Wirkung des 'I like'-Button von Facebook. Allerdings nicht um die Wirkung nach außen, sondern nach innen (also für einen selbst).

Jan Becker sagt dort am zu den über Facebook initiierten Demonstrationen in Spanien: "Wer einmal auf den 'I like'-Button drückt, macht ein öffentliches Statement, was psychologisch bedeutet: Ab sofort muss ich mich konsistent dazu verhalten. In einer Geschwindigkeit, in der gar keine innere Haltung heranreifen kann; die braucht Diskussion und Reflektion. Wenn dann alle meine Freunde auf die Straße gehen, muss ich auch gehen. Und plötzlich wird auf mich geschossen, nur weil ich mal 'I like' gedrückt habe."

Zeit also für einen 'I like partially'-Button?

Nun, auch ich stelle fest, dass ich immer wieder in die Falle tappe, Dinge zu verteidigen, die nicht OK sind, nur weil ich Teil des Ganzen bin oder mich als solches (vorschnell) eingeordnet habe. Aber warum verliert man eigentlich sein Gesicht, wenn man Dinge, die man mag, nicht verteidigt?

Die besten Freunde sind bekanntlich die, die auch kritisieren und Fehlverhalten aufdecken. Das Problem ist die Öffentlichkeit der Kritik. Öffentlichkeit kann notwendig und hilfreich sein. Viele Projekte scheitern nämlich nicht an Streit sondern daran, dass Defizite nicht benannt werden, weil alle zu freundlich oder höflich sind ("Eine Krähe ..."). Eine 'I broke the build'-Kaffeetasse ist da ein Anfang.