In-App Purchases im Stil der englischen Regierung

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Beim Entwickeln von per IAP monetarisierten Anwendungen ist das Berücksichtigen einiger psychologischer Regeln von eminenter Bedeutung. Das "Office of Fair Trading" hat nun ein Dokument mit Kriterien herausgegeben, das sich auch als "Anleitung der Bösartigkeiten" missbrauchen lässt.

Das Dokument mit der Nummer OFT1519 (PDF) enthält acht Prinzipien, die "fairer" und legale Applikationen erfüllen müssen. Nach bester britischer Tradition ist jedes der Kriterien durch zwei Beispiele erklärt: Eine Story zeigt ein legales, ein anderes ein in Großbritanien ab dem 30. April unerwünschtes Vorgehen.

Jedes Beispiel basiert auf einem realen Produkt, das sich – mit etwas Branchenkenntnis – erkennen (und analysieren) lässt. Die Namen werden nicht genannt, um Klagen zu verhindern: Es wäre durchaus vorstellbar, dass ein koreanisches oder ein chinesisches Gericht einem im OFT-Bericht erwähnten Entwickler Schadenersatz zuspricht.

Schon jetzt ist fraglich, ob und wie die englische Regierung die im PDF ausgelegten – und aus Kundensicht fairen und nachvollziehbaren – Bedingungen umsetzen möchte. Eine slowakische Firma könnte Bescheide des OFT mit relativer Sicherheit ignorieren, in karibischen oder asiatischen Staaten ist man fast hundert Prozent sicher.

Falls eine Firma für das OFT angreifbar ist, sollten sie sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen. Ein in London abgehaltenes Event erklärt die Regulierungen genauer.

Von Seiten der Hersteller gibt es noch keine Informationen, ob und wie die Kriterien in die Bewertung in den Stores einfließen. Die meisten Hardwarefirmen haben Büros in Großbritanien und wären somit greifbar, was zur Ausübung von Druck auf Entwickler geeignet wäre.

PS: Forbes hat ein interessantes Videointerview veröffentlicht, das die politischen Hintergründe erklärt.