Kampf der Abfall-App

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Google änderte vor kurzem die Bedingungen im Play Store. Dabei wurde eine Klausel eingeführt, die den Anbietern von App-Generatoren das direkte Hochladen der Applikationen untersagte.

Auch bei BlackBerry sorgten derartige Produkte vor einiger Zeit für Ärger: Ein App-Store-Analyseunternehmen hatte ermittelt, dass mehr als ein Drittel aller in der App World befindlichen Programme von ein und demselben Entwickler stammten. Die Firma nutzte einen Generator, der verschiedene Metadaten mit ein und derselben Engine verwurstete – das Endresultat war eine erschlagende Vielzahl von Applikationen.

Nur wenige Personen wissen, dass sie dieses "Problem" den Managern des Ovi Store verdanken. Die Finnen litten seinerzeit darunter, dass der Store weitaus weniger Applikationen als der iTunes App Store aufwies – die Medien droschen dementsprechend auf den damaligen Marktführer ein.

Als Lösung ersann man einen speziellen Generator, der Applikationen erstellte, die den RSS-Feed eines Blogs anzeigten. So konnte jede bekannte Webseite ihre eigene "mobile Applikation" anbieten. Aufgrund der geringen Einstiegshürden sprangen die Webmaster en masse auf dieses Angebot, der Store wurde binnen kurzer Zeit mit Apps geflutet.

Leider war dieser Wandel für die etablierten Entwickler alles andere als erfreulich. Die Flut von Trash-Apps sorgte dafür, dass Updates und Neuveröffentlichungen "legitimer" Produkte schneller aus den Neulisten verschwanden – die dadurch entstehenden Umsatzverluste waren mehr als spürbar. Zudem wirkte die gesteigerte Anzahl an Applikationen abschreckend.

Im Endeffekt gewann Nokia durch diesen (zugegebenermaßen intelligenten) Schachzug nichts: Der Store war zwar voll, die Qualität der Inhalte war aber alles andere als gut.