Kongresse "gamifizieren": wie Gamification Teilnehmer leitet

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

In Pausen verhalten sich Kongressteilnehmer entropisch: es ist nicht ohne Weiteres möglich, sie zum Besuch der Sponsoren zu nötigen. Ein Startup aus Deutschland versucht es mit Gamification.

Die dahinter stehende Idee ist einfach. Jeder Badge wird mit einem NFC-Tag ausgeliefert, das auf bei den Sponsoren befindliche Tablets gelegt werden muss. Wer eine gewisse Menge von Sponsorenkontakten hinter sich bringt, schaltet diverse Gewinnspiele frei. Im Fall der Code.Talks wurden Bücher, AR-Drohnen und anderes für Entwickler attraktives Spielzeug verlost.

Manche Sponsoren piesakten die Teilnehmer mit Quizfragen. Wer die Angebote des Unternehmens nicht verstanden hatte, konnte die an diesem Stand vergebenen Punkte nicht ernten. Auf diese Art und Weise wurde sichergestellt, dass die Besucher zumindest kurz mit den Produkten interagierten.

Neben dem offensichtlichen Vorteil der höheren Besucher-Sponsor-Interaktion gewinnt der Veranstalter auf diese Art und Weise diverse weitere Informationen über das Verhalten seiner Teilnehmer. Die Tablets sind permanent mit dem Internet verbunden, was das direkte Ausliefern von Informationen ermöglicht.

Neil Tennants Ausspruch "The more that it hurts, the less that it works" ist auch gute fünfzehn Jahre nach dem Erscheinen von Bilingual aktuell: Wer seinen Kunden einen Keks gibt, kommt schneller ans Ziel. Die Gier der Menschen ist unbeschränkt: das kostenlose Verteilen irgendwelcher Güter sorgt prinzipiell für gute Laune.

Das von ConfGames gezeigte System ist – trotz aller Innovation – eher primitiv. Man könnte das System auch zur Umschiffung von Bottlenecks einsetzen: während des Beginns der Essensausgabe aktivierte Sonderspiele locken Teilnehmer vom überfüllten Buffet weg, was die "Erfahrung" der Teilnehmer als Ganzes verbessert.