Konjunkturpakete für Developer?

Kais bewegtes Web  –  1 Kommentare

Konjunkturpaket mal anders: Adobe stellt seit kurzem arbeitslosen Entwicklern eine kostenfreie Lizenz für die Eclipse-basierte Entwicklungsumgebung Flex Builder zur Verfügung. Eine durchaus interessante Idee, und aus Sicht von Adobe wahrscheinlich ein cleverer Schachzug, der die Entwicklerbasis weiter vergrößern dürfte – obwohl das Flex 3 SDK ja sowieso schon Open Source und frei verfügbar ist.

Im Endeffekt kostet diese Aktion Adobe wahrscheinlich finanziell einen relativ geringen Betrag: Flex 4 und Flex Builder 4 stehen vor der Tür, die Motivation, jetzt noch "Flex Builder 3"-Lizenzen zu kaufen, dürfte bei vielen potenziellen Nutzern eher gering sein. Außerdem schläft auch die Konkurrenz nicht: Die Eclipse-basierte Flash-IDE FDT unterstützt in der aktuellen Beta jetzt endlich Flex, und JetBrains hervorragende Java-IDE IntelliJ IDEA schlägt sich sehr tapfer als Flex-Entwicklungswerkzeug.

Beim Lesen der entsprechenden Blog-Posts und Newsticker-Meldungen sind mir allerdings ein, zwei Dinge aufgefallen:

  • Es scheint, dass die offizielle Adobe-Website das Angebot an keiner Stelle erwähnt – ich konnte zumindest keine Informationen hierzu finden. Das Angebot ist dennoch offiziell und weltweit gültig. Der beste Weg für deutsche und europäische Entwickler, es zu nutzen, scheint über Andrew Shortens Blog zu führen. Liegt diese Nichterwähnung auf den offiziellen Seiten vielleicht daran, dass Adobe im Dezember erst circa 600 Mitarbeiter freigesetzt hat?
  • Mir ist nicht ganz klar, welche Kriterien für die freie Lizenz angelegt werden und welche Dokumente man gegebenenfalls einreichen muss. Es ist nicht wirklich ersichtlich, ob Entwickler aktuell ihren Job verloren haben müssen oder ob zum Beispiel auch Freiberufler ohne Auftrag die freie Lizenz bekommen können.

Gibt es ähnliche Konjunkturpakete auch von anderen Herstellern?

Update (8. April 2009) - Es gibt jetzt auch eine offizielle Adobe-Seite, auf der man die kostenfreie Lizenz bestellen kann.