Kriterien für die Auswahl eines "XML Data Binding"-Frameworks

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Insbesondere für den Datenaustausch und die Integration von Systemen hat sich XML breit durchgesetzt. Bei der Anwendungsentwicklung ist der Umgang mit XML-Dokumenten durch ihre baumartige Struktur in vielen Fällen jedoch umständlich. Viel lieber möchte man mit fachlichen Klassen arbeiten, die sich mit den Daten eines XML-Dokuments oder einer XML-Nachricht befüllen lassen. Daraus resultiert, dass die Umwandlung zwischen XML und fachlichen Objekten eine häufig wiederkehrende Anforderung darstellt.

Im Sprachgebrauch existieren für diese Umwandlung mehrere Begriffe. Manchmal spricht man von Serialisierung und Deserialisierung, etwas verbreiteter sind die Ausdrücke Marshalling und Unmarshalling. Als generellen Überbegriff trifft man oft auf XML Data Binding.

Die erforderlichen Funktionen hierfür kann man selbst implementieren, und nicht wenige Entwicklerteams haben sich in der Vergangenheit daran versucht. Recht bald kommt man aber zur Erkenntnis, dass diese Aufgabe weitaus komplexer ist, als man fürs Erste angenommen hat. Glücklicherweise gibt es hierfür im Java-Bereich eine beträchtliche Anzahl Frameworks. Das Rad neu zu erfinden ist also nicht nötig. Dafür stehen Entwickler vor einer anderen Herausforderung, nämlich das richtige Framework auszuwählen.

Wie lassen sich unterschiedliche XML-Data-Binding-Frameworks miteinander vergleichen, und wie wählt man das richtige aus? Ein pragmatischer Ansatz besteht darin, einen Kriterienkatalog über die Anforderungen an die gesuchte Lösung zu erstellen. Die Kriterien sollten im Idealfall priorisiert sein. Es ist jedoch zu betonen, dass es keinen allgemein gültigen Katalog geben kann. Ebenso wenig lässt sich eine generelle Empfehlung für oder gegen ein bestimmtes Framework aussprechen. Stattdessen ist der Einzelfall mit all seinen spezifischen Anforderungen und Einschränkungen zu betrachten. Die folgenden Kriterien können aber als erster Leitfaden dienen.

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