Laien haben bessere Tools als Profis?

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Aus den unterschiedlichsten Gründen sitzt man in einer verspäteten Bahn und möchte gerne wissen, ob man den Anschluss noch erreicht. Naheliegend ist dann, den freundlichen Zugbegleiter zu fragen. Der verweist manchmal darauf, dass er erst noch den Zugchef fragen muss, manchmal weiß er die Antwort auch direkt. Neulich hieß diese Antwort mir gegenüber: "Steigen Sie im nächsten Bahnhof aus, der Anschluss hat ebenfalls Verspätung und wird deshalb erreicht."

Sicher ist sicher, denke ich mir und schaue im Internet, wo sich der besagte Anschlusszug gerade aufhält beziehungsweise wie viel Verspätung er hat. Überrascht stelle ich fest, dass der Zug wegen irgendwelcher Streckenschäden umgeleitet wurde und besagten Bahnhof gar nicht anfährt. Als zuverlässiger Bahnkunde informiere ich den Zugbegleiter darüber (damit der die anderen Fahrgäste entsprechend informieren kann). Er geht mit meiner Information jedoch zunächst zum Zugchef zur Validierung. Dieser sagt, dass er diese Information nicht hätte und aus diesem Grunde auch denke, dass sie falsch sei. – Auf diese Art ging das noch zweimal hin und her – ich konnte mittlerweile mit immer detaillierteren Informationen aufwarten –, bis dann tatsächlich der Zugbegleiter freudestrahlend zu mir kam und meinte, dass sein Zugchef jetzt die gleiche Information erhalten hätte wie ich.

Das ist einerseits lustig, andererseits auch traurig, zumal dies kein Einzelfall ist. Auch wenn ich mit dem Flugzeug unterwegs bin, weiß ich manchmal über das Internet besser Bescheid als das freundliche Bodenpersonal. Wieso stellt man dem Personal nicht einfach auch ein Internet zur Verfügung, wenn man sie schon über die firmeninterne Software nicht genau informieren kann?