Microsoft kehrt zu UML zurück

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Im Jahr 2004 hatte Microsoft angekündigt, die eigene UML-Unterstützung einzufrieren und stattdessen domänenspezifiesche Modellierungssprachen zu entwickeln. Ich möchte hier zitieren aus meinem Beitrag "UML auf dem Abstellgleis" aus iX-Ausgabe 8/2005: "Die Motivation, eine Alternative zu UML zu schaffen, schöpft Microsoft aus eigenen Untersuchungen zum Einsatz von UML unter Kunden und Nicht-Kunden. Ergebnis dieser Studien war laut Visual Studio 2005 Team System Modeling Strategy and FAQ, Stand Mai 2005, dass Softwarearchitekten in den meisten Fällen nur die UML-Klassendiagramme einsetzen, die in den wenigstens Fällen später auch tatsächlich zur Generierung von Programmcode verwendet werden. Mit eigenen Domain Specific Languages (DSLs) möchte Microsoft konkretere Abstraktionen, die sich zur Code-Generierung besser eignen.

Allerdings war in Visual Studio Team System (VSTS) 2005 davon kaum etwas zu sehen. Die Modellierungswerkzeuge waren der bei weitem schwächste Teil von VSTS. Die Untertsützung für die Unified Modeling Language (UML) in Visio hatte Microsoft bei UML 1.3 eingefroren. Die Bereitstellung von Werkzeugen für UML 2.0 überließ Microsoft Drittanbietern.

Überraschend und von der breiten Öffentlichkeit bisher unbemerkt findet man nun in der aktuellen Preview-Version der kommenden Ausgabe von VSTS, Codename "Rosario", UML-Diagramme: Activity, Component, Logical Class Diagram, Use Case und Sequence findet man nun unter den Diagrammtypen.

Es ist noch viel zu früh, die Vollständigkeit und die Mächtigkeit der UML 2.x-Unterstützung zu bewerten, denn die vorliegende Version ist eine sehr frühe "Pre-Beta"-Version. Aber Microsofts Rückkehr zu UML ist beachtenswert, begrüßenswert und eine Meldung wert.

Weitere Informationen:

Visual Studio Team System Code Name "Rosario" April 2008 CTP (öffentlich zugängliches Image für Virtual PC)

Doing Architecture with Team System Rosario (Beitrag im Visual Studio Magazine)