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Mobile Apps - Rechtsfragen und rechtliche Rahmenbedingungen

Literatur

Christian Solmecke, Jürgen Taeger, Thorsten Feldmann (Hrsg.)
Mobile Apps

Rechtsfragen und rechtliche Rahmenbedingungen
De Gruyter, Berlin 2013
365 Seiten, 99,95 €
ISBN 978-3-11-030480-0

Entwicklung und Vertrieb von Mobile Apps spielen in der IT-Branche mittlerweile eine große Rolle. Und wer eine App herstellt, vertreibt oder in Auftrag gibt, dürfte schnell erkennen, dass er sich damit in ein schwieriges rechtliches Umfeld begibt. Die drei Herausgeber dieses Buches, allesamt renommierte Juristen im Bereich des Internetrechts, haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen umfangreichen Ratgeber für alle App-Lebenslagen zu schaffen. Angesprochen werden sollen vor allem Programmierer sowie kleinere und mittlere Unternehmen ohne eigene, spezialisierte Rechtsabteilung.

Dass sie dieses Ziel erreicht haben, ist unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass sich unter den zwölf Autoren nicht nur Rechtskundige befinden, sondern außerdem Praktiker aus IT und Vertrieb. Die hohe Kunst, schwierige rechtliche Sachverhalte für Nichtjuristen nachvollziehbar zu beschreiben, beherrschen fast alle Autoren des Ratgebers. Inhaltlich geben sie einen Überblick, der den Bogen von Entwicklerverträgen über Compliance- und Datenschutzanforderungen bis hin zu urheber- und sogar steuerrechtlichen Fragen spannt. Beispielsweise stellen sie detailliert die Vertragsarten vor, mit denen ein App-Entwickler typischerweise konfrontiert ist. Das fängt bei seiner eigenen Vereinbarung mit einem Softwarehaus an, umfasst die mit Apple oder Google zu schließenden Vertriebsverträge und endet bei den Übereinkünften mit den Endkunden.

Besonders wertvoll sind die vielen Praxistipps. Darin raten die Autoren etwa von einer Formulierung in einem Vertrag ab, warnen vor typischen Fehlern oder erläutern komplizierte Definitionen verständlich. Ergänzt werden diese wichtigen Hinweise von Checklisten, Beispielen und Formulierungsvorschlägen. So findet man leicht heraus, was zum Erwerb von Musikrechten erforderlich oder ob die Bestellung eines Jugend- oder Datenschutzbeauftragten im Unternehmen notwendig ist.

Obwohl das Buch an der einen oder anderen Stelle etwas zu ausführlich geraten ist, stellt es einen wertvollen Ratgeber für alle dar, die in Technik und Vertrieb mit Apps zu tun haben. Damit gelingt den Autoren, woran viele Rechtskundige scheitern: ein Nichtjuristen verständliches Buch anzubieten, das zugleich einen hohen Nutzwert im Programmieralltag aufweist. (jul [1])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-2090293

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[1] mailto:jul@heise.de