Model-View-Controller-Framework für ASP.NET veröffentlicht

Der Dotnet-Doktor  –  0 Kommentare

Rund eineinhalb Jahre nach der Erstankündigung hat Microsoft jetzt die erste Version des Model-View-Controller-Framework für ASP.NET zum kostenfreien Download bereitgestellt. Das MVC-Framework (Namensraum System.Web.Mvc) ist ein Instrument für Mehrschicht-Puristen mit klaren Vorteilen im Bereich Schichtentrennung (Kompetenztrennung in Datenhaltung, Ansicht und Benutzerinteraktion), Testbarkeit, Kontrolle über die Ausgabe und einfache URLs.

Dies geht allerdings in der ersten Version des Frameworks unverhältnismäßig stark auf Kosten des Komforts für den Entwickler, denn das MVC-Framework setzt nicht auf den bestehenden komfortablen ASP.NET-Steuerelementen auf, sondern auf Platzhaltern in HTML-Tags (< % = ... % >) wie einst die klassischen Active Server Pages (ASP) aus dem Zeitalter vor .NET. Wer eine Tabelle ausgeben will, kann sich also nicht auf die Abstraktion des GridView-Steuerelements stützen, sondern muss die HTML-Tags table, tr, td etc. verwenden und die zugehörige Schleife über die Datensätze explizit programmieren. Auch die Seitenzustandsverwaltung mit dem ASP.NET View State ist in MVC-Seiten nicht möglich. Viele andere nicht an Steuerelemente gebundene Dienste von ASP.NET wie die Authentifizierung, Benutzerverwaltung, Sitzungsverwaltung, Zwischenspeicherung, Laufzeitüberwachung stehen aber im Framework zur Verfügung.

Es stellt keine Ablösung des bisherigen ASP.NET-Webform-Modells dar, sondern eine Ergänzung. In .NET 4.0 soll das Framework zum Kern von .NET gehören.