.NET Gadgeteer/Fez Cerberus: Wenn Microsoft Hardware bauen lässt

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Das Windows Phone 7 unterschied sich von "klassischen" Telefonen: Das Betriebssystem war dank seines durchdachten – und simplen – Aufbaus für technisch desinteressierte Nutzer akzeptabel. Böse Zungen nennen den .NET Gadgeteer das Windows Phone der Arduino-Welt.

Ich leistete mir vor wenigen Tagen – mehr oder weniger der Gaudi halber – das Fez Cerberus Teaching Kit. Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich ein an eine Brotdose erinnerndes Paket, das mit diversen Modulen vollgestopft ist. Für rund 100 Euro erhalten Käufer neben der Hauptplatine auch zwei Knöpfe, einen Analog-Joystick, ein LED-Modul und ein kleines Vollfarb-LCD.

Diese Kiste enthält diverse Komponenten, die bis vor wenigen Jahren unerreichbar waren.

Die besondere Genialität des Systems liegt in den Steckverbindern. Microsoft spezifiziert eine Gruppe von Anschlusstypen, die zwischen allen Modulen und allen Mainboards austauschbar sind. Das bedeutet, dass sich ein Modul X vom Hersteller Y mit einem Mainboard von Z verträgt – zumindest solange man es an den passenden Steckverbinder anschließt:

Die Stecker sind mit Buchstaben versehen, die Auskunft über die dort befindlichen Kontakte geben

Im Vergleich zum Arduino fällt auf, dass sich komplexe Hardware auf diese Art und Weise leichter realisieren lässt. Der durchschnittliche Banzi-PC hat einen Anschluss für ein Cape – der Gadgeteer ist hier weitaus flexibler.

Wenige Stunden nach dem Auspacken fielen zwei kleine Schwächen auf. Erstens ist die Firmware-Update-Prozedur des Cerberus im Vergleich zu seinen Konkurrenten nervtötend, zweitens fehlt ein (um rund 30 Euro nachkaufbares) Ethernet-Modul. Bis auf das SD-Kartenmodul funktioniert alles wie vorgesehen und zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Es steht – zumindest aus meiner Sicht – nicht zur Diskussion, dass die derzeitige Situation im Bereich Gadgeteer zu wünschen übrig lässt: Die Planaren sind im Vergleich zur Konkurrenz viel zu teuer. Dabei handelt es sich leider um eine systemimmanente Schwäche: die allgegenwärtigen Steckplätze kosten eben Geld.

Wer komplexere Hardware konstruiert, sollte trotzdem über den Gadgeteer nachdenken. Der für die höheren Kosten verantwortliche modulare Aufbau ist – gelinde gesagt – genial; die Programmierung in .NET erlaubt das Recycling bestehender Algorithmen.