Nachlese zur Herbst-BASTA

Der Dotnet-Doktor  –  0 Kommentare

Letzte Woche fand wieder die BASTA, Deutschlands bedeutendste .NET-Konferenz, in Mainz statt. "Die größte BASTA aller Zeiten!", verkündete Mirko Schrempp, Chef der Konferenzorganisation, in der Begrüßungsansprache. Rund 750 Teilnehmer kamen in die Rheingoldhalle, um sich zu den Themen .NET, Silverlight, Visual Studio, TFS, SQL Server, SharePoint und agilen Techniken fortzubilden.

Weniger als zwei Wochen zuvor hatte Microsoft auf der BUILD-Konferenz in Anaheim ja Windows 8, .NET 4.5, Visual Studio 11 und WinRT vorgestellt. Auf der BASTA waren diese Themen nun aber leider wenig vertreten. Die Developer-Evangelisten von Microsoft Deutschland hatten zwar entsprechende Plätze im Konferenzprogramm dafür reserviert, ihre Auftritte zu den neuen Themen dann aber wieder abgesagt. Während Mirko Schrempp vermutet, dass auch für Microsoft-Mitarbeiter die Vorbereitungszeit zu kurz war, gibt es Indizien dafür, dass doch eine Strategie dahinter steckt. Denn auch für die Advanced Developers Conference (ADC), die am 26. und 27. Oktober 2011 in Frankenthal stattfinden wird, hat Microsoft Deutschland die Auftritte zu Windows 8 abgesagt. Teilnehmer der BASTA spotteten, ob Microsoft sich denn so unsicher sei, dass sie nicht darüber reden wollen.

Informationen zur BUILD-Konferenz lieferte daher die Keynote, die Christian Weyer, Rainer Stropek und ich am ersten Tag hielten. Der Schwerpunkt der von uns vorbereiteten Keynote war nicht die Wiederholung der Neuheiten, sondern die Bewertung der neuen Microsoft-Strategie aus Sicht der .NET-Entwickler.

Die Bewertung war kontrovers. Während Rainer und Christian begeistert sind von Metro und WinRT, bin ich nicht ganz glücklich mit der partiellen "Rückkehr" zu COM und der Inkompatibilität zwischen dem .NET Framework und dem "WinRT Profile" (siehe mein Beitrag zu WinRT bei heise Developer). Christian meinte aber vorher schon zu mir: "Auf der Bühne ist es 2 gegen 1, aber du hast sicher die Mehrheit der Leute im Saal hinter dir." Wir haben keine repräsentative Umfrage gemacht, aber das Feedback, das mir Teilnehmer nachher gaben, deutete darauf hin, dass es wirklich viele gibt, die sich genau wie ich eine andere Lösung für die zukünftige Windows API gewünscht hätten.

Für uns alle überraschend war, dass von den Anwesenden 750 .NET-Entwicklern nur etwa 10 (!) die BUILD-Konferenz besucht oder (zumindest die Keynotes) per Video von zu Hause verfolgt hatten. Mit diesem Vorwissen hätte man bei der Keynote etwas grundlegender herangehen können und anstelle der Bewertung besser einfach die Nachrichten verkündet. Leider bekamen wir diese unerwartete Rückmeldung erst zu Beginn der Keynote von den Teilnehmern per Handzeichen; so konnten wir das Konzept nicht mehr komplett ändern.

Nach der BASTA ist vor der BASTA. Wir sehen uns wieder vom 27. Februar bis 2. März 2012 im Maritim Hotel Darmstadt. Noch sind Agenda und Anmeldung nicht auf www.basta.net freigeschaltet. Ich darf aber schon verraten, dass wir dort (neben dem für die Frühjahrs-BASTA typischen Schwerpunkt "Best Practices") natürlich auch viel über Windows 8, WinRT, .NET 4.5 und Visual Studio 11/TFS 11 reden werden. Unser Konzept sieht vor, dass jeder Track Chair einen Vortrag über die neuen Produkte integriert. In meinem Track "Data Access" werden Manfred Steyer und ich 75 Minuten lang über die Neuerungen im ADO.NET Entity Framework Version 4.5 berichten.