Nase am Boden in Sachen Windows Phone

Die mobile Denkfabrik  –  1 Kommentare

Nokia galt bis vor rund zwei Jahren als "King of the Hill" – es gab kaum einen Händler, bei dem die Produkte der Finnen nicht an der Spitze der Verkaufsränge standen. Einige Jahre nach dem Umstieg auf Windows Phone ist es an der Zeit, einen Blick auf die Händlerpräsenz zu werfen.

In einer österreichischen Filiale des Elektro-Megastores Saturn fand sich eine große Anzahl verschiedener funktionsfähiger Telefone. Interessant war, dass keine Dummies vor Ort waren – die Kunden konnten ihr Wunschtelefon so direkt antesten. Am Besten verkaufte sich – wie auch in der Slowakei – der Billigheimer 520. Das Telefon wirkt dank der leicht angerauhten Rückwand durchaus wertig, leider ist der verbaute Bildschirm von minderer Qualität.

Auch 620 und 920 wurden von den anwesenden Promotern als durchaus verkaufbar bezeichnet. Das große 1520 wurde sehr prominent präsentiert, erfreute sich aber keines besonderen Zuspruchs. Mehrere Kunden hantierten mit dem Phablet, empfanden es aber als für den praktischen Einsatz zu unhandlich. Microsoft scheint sich der Bedeutung von guter Retailpräsenz im Klaren zu sein: die im Store befindlichen Geräte enthielten ein spezielles Provisioning-Tool, das kritische Teile des Betriebssystems ausblendete.

Kurz gefasst: Microsoft und Nokia sind aktiv dabei, Präsenz in österreichischen Handyshops zurückzuerobern. Die Geräte verkaufen sich langsam, aber stetig – der von vielen Analysten angenommene Boykott ist zumindest auf Seiten von "big retail" nicht eingetreten.

Auf Seiten der Netzbetreiber sieht die Lage anders aus. Während slowakische Carrier ihre Kunden seit einiger Zeit mit Windows Phones aller Preislagen versorgen, ist man in Österreich diesbezüglich nach wie vor vergleichsweise zurückhaltend.

PS: Das Anbieten von Software für Windows Phone ist unter Umständen durchaus sinnvoll: Der Markt ist auch in hart umkämpften Segmenten nicht so überlaufen.