NetBeans und WildFly wachsen zusammen

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Es hat sich eine Menge getan in den vergangenen Monaten. Dennoch ist es nach den Diskussionen über die Abkündigung des kommerziellen Supports für den Oracle-eigenen Java-EE-Server GlassFish und dem Wechsel des bekanntesten Java-EE-Evangelisten Arun Gupta zu Red Hat recht still geworden um die Java Enterprise Edition. Verwunderlich ist das nicht, so ist doch erst im Frühsommer die aktuelle Java-EE-7-Version herausgekommen, und es bleibt noch viel für die Hersteller zu tun, um aktuelle Server mit Unterstützung für diese Version herauszubringen. Oracle hat das mit dem WebLogic Server auch noch nicht geschafft.

Spannend zu verfolgen ist aber weiterhin, wie sich die Verwendung von GlassFish in der Community entwickelt. Dass GlassFish eine tragfähige Alternative ist und bleibt, ist eine vielfach bestrittene Behauptung. Eines scheint klar zu sein: Gerade das Bundling des GlassFish mit NetBeans ist für viele Entwickler eine Erleichterung, und auch die einfache Zusammenarbeit zwischen IDE und Server war und ist für einen Schnellstart von Demos oder gar Projekten ein Vorteil. Hier konnte die einzig verbliebene Open-Source-Alternative, der JBoss AS7 (bzw. neu Wildfly) nicht mithalten. Die NetBeans-Intergration war schwach bis nicht vorhanden. Irgendwie nachvollziehbar, dass Oracle hier nicht wirklich Zeit und Ressourcen investiert. In diese Lücke ist Red Hat jetzt gesprungen und hat ein Server-Plug-in für NetBeans entwickelt. Das kann mit der kommenden NetBeans-8.0-Version direkt verwendet werden.

Für die ersten Schritte benötigt man lediglich die aktuelle Entwicklungsversion (nighly). Nach dem Download der 190 MByte für die Java-EE-Version wird diese installiert und gestartet. Über die Menü-Einträge "Tools", "Plugins" wird der "Available Plugins"-Dialog gestartet. Hier kann man nach "WildFly" suchen und bekommt das "WildFly Application Server Plugin" angezeigt.

WildFly Plugin Suchen und Installieren

Dies kann direkt installiert werden und steht nach der Bestätigung des Lizenz-Dialogs und einem Neustart der IDE direkt zur Verfügung. Hat man jetzt die erst im Dezember erschienene CR1 des WildFly 8 installiert, kann man sie wie vom GlassFish gewohnt über den "Services"-Reiter benutzen. Hierzu wird der "Servers"-Eintrag ausgewählt und über das Kontext-Menü eine neue Server-Instanz hinzugefügt. In der Liste taucht jetzt neu der "WildFly Application Server" auf.

Danach wird noch der Ordner in den WildFly installiert und der Domain-Mode ausgewählt. Nun erscheint die neue Instanz direkt unterhalb des "Servers"-Eintrags. Wie gehabt wird hier via Kontext-Menü gearbeitet. So kann die Instanz direkt gestartet (Normal, Debug oder Profiling) oder auch direkt auf die Admin-Console zugegriffen werden.

WildFly Integration in NetBeans

Bei einer Startzeit von knapp fünf Sekunden dürfte sich kaum jemand beschweren. GlassFish brauchte bisher immer deutlich länger. Die Integration wird voraussichtlich kein fester Bestandteil der IDE werden. Allerdings dauert die Installation des Plug-ins nicht wirklich lange und ist einfach. Es bleibt spannend abzuwarten, wie sich der aktuell abzeichnende Siegeszug des WildFly weiter entwickelt.