Office 2003 lebt ewig – oder – never change your GUI

Die mobile Denkfabrik  –  2 Kommentare

Microsoft Office wird seit Jahren weiterentwickelt. Kunden waren bisher – im Großen und Ganzen – umsteigewillig. Die bei der Ablösung von XP und/oder Office 2003 gesehenen Probleme gab es in dieser Dimension bisher nie.

Im Rahmen des Gebrülls der Boulevardmedien (Schema: wir werden alle gehackt!!) geht ein wichtiger Aspekt der Diskussion komplett unter: die neuen Versionen zwingen den Kunden ein radikales Umdenken auf, wie es bisher letztmalig beim Umstieg von Windows 3.11 auf Windows 95 notwendig war.

Amüsanterweise ermöglichte Microsoft seinen Kunden im Rahmen der Einstampfung von Windows 3.1x das Weiterverwenden der gewohnten Oberfläche. Windows 95 wurde mit einer Version des Programm-Managers ausgeliefert, der die Benutzer Schritt für Schritt an die neuen Elemente (neue Fensteranordnung, etc.) gewöhnte.

Der Autor dieser Zeilen musste vor Jahren kurzfristig mit Office 2007 arbeiten. Die Ribbons erwiesen sich als derartiges Ärgernis, dass die Umstellung auf Unix erstmals ins Auge gefasst wurde. Nach der Einführung von Windows 8 war das Glas zerbrochen, weshalb das Unternehmen des Autors die Arbeitsplätze alle Mitarbeiter sukzessive auf ein hier nicht genanntes Unix-Derivat umstellt.

Für Sie wartet hier eine überaus wertvolle Lektion: das Ändern der Benutzerschnittstelle führt auf Seiten der Kunden zu überaus wütenden Reaktionen, die mitunter zu radikalen Maßnahmen führen. Das sieht man auch am Beispiel von Windows Phone 7, das bis heute mit Akzeptanzproblemen kämpft.

P.S. Dieses Phänomen ist nicht auf Computersysteme beschränkt: es gibt mehr als nur eine Zeitung, die durch die Umstellung des Layouts massiv Leser verlor...