POS-Systeme – Wichtiges und Nichtiges im Bereich der Datenhaltung

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Aus universitär-systemtechnischer Sicht ist die folgende Lösung mit Sicherheit nicht perfekt. Die Kernaussage ist aber, dass eine bedarfsorientierte Lösung einer "technisch perfekten" Lösung oft überlegen ist – also nur Mut zur Inkorrektheit ...

Die Tamoggemon befasste sich vor vielen Jahren mit einem – aus damaliger Sicht – sehr komplizierten Problem. Ein rund 10.000 Quadratmeter großes Lokal sollte mit einem Ordererfassungssystem ausgestattet werden. Als Hardware waren preiswerte iPAQs vorgesehen.

Drahtlose Datenübertragung steckte damals in den Kinderschuhen: 3G war unbezahlbar, die Reichweite von WLAN gering. Aus diesem Grund wurden die Clients mit umfangreicher Offline-Fähigkeit ausgestattet – sie besaßen (unter anderem) eine komplette Liste aller Tische und ihrer zugehörigen Bestellungen.

Da Clients immer wieder mal "offline" sein konnten, ergab sich ein interessantes Problem. Was passiert, wenn ein Kunde die Rechnung anfordert, während ein anderer PDA eine noch nicht in der Zentraldatenbank vorgehaltene Order enthält?

Die Lösung dieses – aus systemtechnischer Sicht nicht perfekt lösbaren – Problems erfüllt mich bis heute mit großer Freude. Das Anfordern einer Rechnung wurde vom Organizer schnellstmöglich an den Zentralserver weitergeleitet und bewirkte ein "Einfrieren" des Kundeneintrags.

Je nach Einstellung des Systems waren ab diesem Zeitpunkt zwei verschiedene Szenarien möglich. Wirkte der Kunde "auf schnelle Bonierung" erpicht, wurde der Eintrag versiegelt. Das bedeutet, dass alle noch nicht im Zentralserver eingepflegten Orders verfielen – ein in Eile befindlicher Kunde wartet nicht auf offene Nahrungsmittel.

"Ruhigere" Kunden mussten auf ihre Rechnung ein wenig länger warten – der Zentralserver spie sie erst dann aus, wenn alle aktiven PDAs zumindest einmal eingecheckt hatten.