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PR ist wichtig

Die mobile Denkfabrik

Im naturwissenschaftlichen Bereich scheint es eine Art Kommunikationsscheuheit zu geben: Viele Entwickler arbeiten lieber vor sich hin, als an die Presse zu gehen. Dies hat oft fatale Folgen.

Die Stores füllen sich permanent, jeden Tag kommen Dutzende neuer Applikationen auf den Markt. Wer es – wie der im folgenden anonym bleibende Entwickler – angeht, vergibt unnötige Chancen:

Hey Tam, I am not sure if you are able to understand English. But thank you so much for your review of our game. I am a one man studio so I don’t have time to e-mail news outlets, so I really appreciate any attention given to my games. Thank you so much! Vielen Dank!

Cheers,

Viele Techniker weisen eine – wahrscheinlich von der Umgebung angezüchtete und durch Stereotype verstärkte – Scheuheit auf, Kontakt mit Analysten und Journalisten einzugehen. Die diversen Medienskandale – Stichwort GamerGate – tun in dieser Beziehung ihr Übriges.

Als Kleinentwickler hat man mit derartigen Problemen witzigerweise so gut wie nichts zu tun: Ein nicht aggressiv auftretendes Einmannstudio ist zu klein, um ein für Hetzkampagnen lohnendes Ziel abzugeben. Wer einfach von Zeit zu Zeit eine Pressemeldung loslässt, wird im schlimmsten Fall ignoriert – wenn einer von hundert Journalisten reagiert, so ist die Chose ein Erfolg.

Wir wollen diesen Blogpost mit den Worten eines mittlerweile verschollenen türkischen Diplomaten beenden. Ahmet Acet postulierte, dass nur jene Kinder gestillt werden, die vorher weinen. Im Entwicklerbereich scheint das Nichtweinen besonders weit verbreitet zu sein.

PS: Dieses Problem ist nicht auf Informatiker beschränkt. Mir ist persönlich der Fall einer höheren technischen Lehranstalt bekannt, in der die Schweißerausbildung aus finanziellen Gründen unterbleiben musste – die Aufstockung eines klassischen Chaka-Chaka-Gegenstands machte derweil keine Probleme.


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