Palm/TCL, gebt uns die Tastatur zurück

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Die Übernahme des Palm-Namens durch TCL eröffnet ein neues Kapitel der "never ending story" des Mobilmarkts. Den asiatischen Eigentümern sei ein kleiner Hinweis ins Stammbuch geschrieben, der für den weiteren Erfolg von eminenter Bedeutung ist.

Seit dem Treo 90 beziehungsweise dem Tungsten W hat Palm den Gutteil seiner Smartphones mit einer QWERTY-Tastatur ausgestattet. Diese Vorgehensweise ist insofern beachtenswert, als Palm ein Pionier in Sachen Handschrifterkennung war: Wer mit Grafitti aufgewachsen ist, kann über die Genauigkeit dieses Systems nichts Negatives berichten.

Da die Mehrheit der – normalerweise sehr utilitaristisch eingestellten – Kunden den Wechsel ohne größeres Murren mitmachten, gilt der Erfolg physikalischer Tastaturen als bewiesen. Das zeigt sich auch im täglichen Leben: Wer einmal ein QWERTY-Smartphone hatte, steigt nur ungern auf klassische Barren um.

Es steht außer Frage, dass physikalische Tastaturen aufgrund der notwendigen zusätzlichen Mechanik die Kosten des Telefons erhöhen. Die dadurch entstehenden können direkt an den Kunden weitergegeben werden, da sie sich sofort amortisieren.

Schnellere Prozessoren, stärkere Akkus und größere Displays sind mit Sicherheit nicht unattraktiv. Sie bringen normalerweise keine direkten geldwerten Vorteile: Ob E-Mail, Dokument und Webseite auf einem 5 oder 5,5 Zoll großen Schirm erscheinen, wirkt sich nicht nennenswert auf die Produktivität aus.

Die Verfügbarkeit einer Tastatur sorgt hingegen für schnellere Eingabe: Die pro E-Mail eingesparte Zeit erlaubt die Bearbeitung von mehr Nachrichten in derselben Zeitspanne. Bei einem – fiktiv niedrigen – Stundenlohn von nur einem Euro und einer Reisezeit von einer Stunde amortisiert sich ein anzunehmender Mehrpreis von 50 bis 100 Euro spätestens nach drei Monaten.

In diesem Sinne: Keep that Keyboard, TCL ...