Presseaussendungen ohne APK sind doof

Die mobile Denkfabrik  –  1 Kommentare

Google Play und Co. erlauben das genaue „Geo-Targeting“ von Applikationen: Kunden, die mit dem Programm nichts anfangen können, bekommen es so erst gar nicht zu Gesicht. Für Entwickler bietet dieses System zwei signifikante Vorteile: Personen, die die App nicht nutzen können, können sie auch nicht bewerten. Außerdem senden Sie keine komplizierten Anfragen an den Kunden-Support – die Frage „Why can't I download this app“ lässt sich mit einem Formsatz beantworten.

Leider hat jede Münze zwei Seiten. Presseaussendungen gehen meist an Journalisten in der ganzen Welt. Zudem vergeben viele Medienhäuser Aufträge weiter: die Texte eines deutschen Verlags können in Österreich, in der Slowakei, in einer ungarischen Sonderwirtschaftszone, in Amerika oder auch in Nordkorea enstehen.

Gehen wir nun von einer Singlevermittlung aus – der Name des schuldigen Unternehmens sei aus Gründen der Fairness verschwiegen. Die auf die Vermittlung von in der BRD lebenden Frauen spezialisierte Firma hat logischerweise kein Interesse daran, von Ungarn, Slowaken und Nordkoreanern belästigt zu werden. Eine deutsche Zeitung wollte einen Testbericht des Produkts beim Unternehmen des Mobilisten anfordern. Leider stand dieser vor verschlossenen Türen: die Firmenhandys sind alle slowakisch oder österreichisch, und kamen somit nicht an die App. Das Endergebnis war, dass das Unternehmen keine Presse bekam.

Natürlich ist es nicht sinnvoll, bei einem bezahlten Produkt einen Link auf die Datei in die Aussendung zu pappen – viele Blogs veröffentlichen interessante eingehende Nachrichten unverändert, was eine Steilvorlage an jeden Softwarepiraten wäre. Es wäre weitaus hilfreicher, in Presseaussendung und Korrespondenz immer wieder auf die eingeschränkte geographische Reichweite hinzuweisen – dass dieser Text ein Angebot zum Zusenden einer APK-Datei enthalten sollte, ist selbstverständlich.

Enthalten ihre Presseaussendungen einen Link und/oder einen Verweis auf die .apk-Datei?