Progressive Web Apps, Teil 6: Apple am Start

ÜberKreuz  –  0 Kommentare
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Progressive Web Apps wollen das App-Modell der Zukunft sein. Bislang hing es am Engagement von Apple, ob diese Vision wahr werden kann. Nun implementiert Apple eine Basistechnologie zur Umsetzung solcher Applikationen, die mächtige Features ins Web bringt.

Vor drei Wochen ging die Serie rund um Progressive Web Apps (PWA) hier auf dem ÜberKreuz-Blog zu Ende. PWA sind Googles Vision eines App-Modells der Zukunft. Webanwendungen sollen auf eine Stufe mit nativen Anwendungen gehoben werden, das Deployment geschieht direkt aus dem Web heraus, App-Stores verschwinden. Microsoft und Mozilla schlossen sich der Mission an. Fazit des letzten Teils dieser Serie: Ob diese Vision wahr werden kann, hängt an Apple, das bisher nur sehr verhalten auf PWA reagierte. Gestern sorgte dann eine überraschende Meldung für Aufsehen: Apple hat mit der Implementierung des Service Worker begonnen, einer Basistechnologie für PWA. Ein Bonus-Teil dieser Serie zur Einordnung.

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Service Worker (Teil 2 dieser Serie) bilden die Basis für Progressive Web Apps. Sie verhalten sich als "Proxy im Browser", der als Interceptor zwischen der Webanwendung und dem Netz steht. Somit lässt sich über den Service Worker die Offlineverfügbarkeit einer Anwendung realisieren: Der Service Worker kann entscheiden, ob eine Anforderung der Webanwendung aus dessen Cache bedient wird und/oder über das Netz an einen entfernten Server weitergereicht wird. Hierzu stehen verschiedenste Caching-Strategien zur Verfügung, einige bekannte Möglichkeiten zeigt Jake Archibald von Google in seinem Blog. Weiterhin können Service Worker verwendet werden, um Push-Benachrichtigungen, Synchronisation von Daten oder Geofencing in Webanwendungen zu realisieren.

Pushbenachrichtigung aus einem Service Worker heraus (erkennbar am Chrome-Logo)

Service Worker stellen somit die zentrale Technologie im PWA-Umfeld dar. Mit dem Beginn der Implementierung des Service Worker in Safari rücken Progressive Web Apps ihrem Ziel, App-Stores eines Tages vollständig abzulösen, ein gutes Stück näher. Es wird sich allerdings erst im Laufe der Implementierung erweisen, wie ernst es Apple wirklich meint: Denn Progressive Web Apps stellen eine Parallelinfrastruktur zum zentralen und kontrollierten App Store dar, der zudem lukrative Einnahmen verspricht.

Werden Service Worker auch im mobilen Safari Einzug erhalten? Werden (neben "Add to Homescreen", Teil 1) weitere Technologien implementiert, welche die Installierbarkeit einer Anwendung unterstützen (Web App Manifest und App Install Banners aus Teil 3)? Wie gut wird die Integration ins System gelingen? Zudem gilt zu vermuten, dass die Implementierung des Service Worker in Safari noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. So sind Service Worker sind bei Microsoft Edge seit über einem Jahr in Entwicklung. Bis zur generellen Verfügbarkeit und breiten plattformübergreifenden Unterstützung von Progressive Web Apps dürfte also ohnehin noch einige Zeit verstreichen.

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