Schwarz bedruckte Displayschutzfolien, oder: Wie man sich seine Reputation zerstört

Die mobile Denkfabrik  –  7 Kommentare

In meinem Umfeld wurden im Laufe der letzten Wochen einige Galaxy-S-Modelle angeschafft. Die Geräte werden mit einer Schutzfolie ausgeliefert, die seit den Zeiten des Wave I heftig kritisiert wird.

Beim Auspacken des Galaxy S4 präsentierte sich ein besonders lästiges Bild. Samsung bedruckt die Auslieferungsfolie des S4 komplett schwarz, um ihre Verwendung während der Einrichtung des Telefons zu verhindern.

Diese Folie ist schwarz bedruckt... (Bild: abc texte / Dr. Doris Maria KOHRS)

Es steht außer Frage, dass der Verkauf von Display-Schutzfolien in Zeiten immer dünner werdender Margen eine wichtige Quelle für zusätzliches Einkommen darstellt. Es spricht nichts dagegen, ein Gerät mit einer preiswerten Folie auszurüsten, die nach einiger Zeit verendet.

Die hier gezeigte Vorgehensweise ist in mehrerlei Hinsicht eine Frechheit. Erstens stößt es Kunden mehr als sauer auf, wenn sie vom Hersteller so offensichtlich zum Kauf animiert werden. Nutzer haben im Allgemeinen nichts dagegen, Geld für eine Leistung zu bezahlen – Erpressung ist aus gutem Grund verboten.

Zweitens dürften einige Nutzer – insbesondere in der kritischen Anfangszeit – auf die Folie verzichten. Dass dabei das eine oder andere Gerät zu Bruch geht, sorgt bei Samsung für zusätzliches Einkommen. Leider ist es für die Reputation der Firma alles andere als positiv: In manchen Kreisen gelten Samsung-Smartphones schon jetzt als fragile "Hangar Queens".

Es stünde Samsung gut an, dieses Ärgernis schnellstmöglich zu entschärfen. Chinesische Hersteller warten auf jede Gelegenheit, um Goodwill zu sammeln – es wäre überraschend, wenn man bei Huawei, ZTE und Alcatel hier nicht reagiert ...