Sei nicht faul, schau dem Klient aufs Maul

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

In der Anfangszeit der Handcomputertechnik kümmerten sich Entwickler rührend um ihre Kunden: Wer die Demoversion eines 20 Dollar teuren Programm testete, verdiente Aufmerksamkeit. Leider war das damals alles andere als einfach, da die Telefone nur höchst selten mit dem Internet verbunden waren. In der heutigen Zeit sieht die Lage anders aus: Immer mit dem Netz verbundene Smartphones laden zum Logging ein, aufgrund der geringen Preise pro Lizenz sind viele Entwickler daran nicht interessiert.

Das Mitschneiden anonymisierter (!) Transaktionsdaten ist ein effizientes Mittel zur Verbesserung der Benutzerdaten. Eine Analyse der von den Nutzern von TouchCalc für Firefox und Windows Phone generierten Anfragen ergab, dass diese den Servern oft "unkomplette Partikel" nach dem Schema 2 sin (30) sendeten – richtig wäre die Eingabe von 2 * sin (30).

Aufgrund dieses Unterschieds zwischen den Erwartungen der Nutzer und der Herangehensweise des Entwicklers entstand eine reduzierte Konversionsrate: An "inkomplette Partikel" gewöhnte Nutzer wechselten zur Konkurrenz (oder, unter Firefox OS, zu einem grafischen Taschenrechner).

Das Implementieren eines Partikelkomplettierers erhöhte die Konversionsrate wesentlich: Die zufriedeneren Kunden blieben beim Produkt des Anbieters. Amüsanterweise gab es keine Kundensupport-Anfragen zum Thema – man wäre versucht, den "intelligenten" Nutzern eines wissenschaftlichen Taschenrechners das Senden einer Beschwerde zuzutrauen. Negative Bewertungen gab es auch nicht.

Kurz gefasst: Wären die Logs nicht durchgesehen worden, gäbe es das Problem nach wie vor. Es zahlt sich also immer aus mitzuloggen.